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Die Menschen hinterm "Rebstock"

Die Menschen hinterm "Rebstock"

SCHWEICH. Drei- bis viermal im Jahr flattert mit dem Amtsblatt der Verbandsgemeinde Schweich ein "Rebstock" ins Haus: das sind acht lebhafte Schmökerseiten für Senioren.

"Das Alter hat viele Gesichter", sagt Martin Ulrich. Er gehört zu den fünf Schreiberlingen, die regelmäßig die Seniorenzeitung "Rebstock" erstellen. Sein Part ist es, gesellschaftspolitische Bereiche aus Seniorenperspektive im Auge zu behalten, und zu Papier zu bringen. Zurzeit arbeitet er an dem Thema Altersarmut. Die zweite im Redaktionsteam ist Christa Theis von der Caritas-Beratungs- und Koordinierungsstelle Schweich. Sie verfasst Berichte aus der Verbandsgemeinde, die vor allem die Pflege von älteren Menschen betreffen. Theis: "Rebstock ist ein Sprachrohr für ältere Menschen." Denn Senioren hätten viel zu sagen. So wie Irmine und Robert Hansen. Sie bereichern das "Blatt" mit Geschichten aus vergangenen Zeiten und eigenen Erfahrungen, bringen Mundart wieder ins Gedächtnis und lassen altes Brauchtum mithilfe von Wörtern wieder aufleben. "Die Schrift ist groß und leserlich", sagt Hildegard Jägen, Verwaltungskraft der Caritas in Schweich. "Mit dem Namen Rebstock haben wir einen Begriff gewählt, der symbolisch für die ältere Generation stehen könnte", sagt Christa Theis. Denn für einen Rebstock sei es charakteristisch, dass er tief verwurzelt in den Weinbergen stünde. Unbeirrbar schlage er Jahr für Jahr neue Triebe aus. Theis: "Auch unsere ältere Generation hat so manchen Sturm erlebt und lässt sich nicht beirren." Die Autoren sind sich einig: "Unsere Seniorenzeitung steht für bewältigte Vergangenheit, aber auch für die Zukunft." Denn neben "Weißt-du-noch- Berichten" berichtet das Rebstock-Team auch über Angebote für Senioren in der Verbandsgemeinde Schweich - so stellen sie etwa Altenclubs, Seniorentreffs oder Altenheime vor. "Aber die Zeitung wird auch sehr gerne von jungen Menschen gelesen", betont Martin Ulrich.