Die Milch macht’s ...

Trier ist an diesem Sonntag ganz nah dran an der großen weiten Welt. Bischof Stephan Ackermann eröffnet die Kampagne 2017 der katholischen Fastenaktion "Misereor".

Die unterstützt einerseits die Entwicklungsarbeit in Ländern des Südens; und mehr als nur nebenbei erinnert sie die Leute hier daran, dass sie am Elend in vielen Gegenden der Welt mitbeteiligt sind.Zum Beispiel mit Milch. Die wird hier immer noch im Überfluss produziert; die Molkereien nehmen sie den Bauern zu lächerlichen Preisen ab. Und verkaufen sie zu Discount-Bedingungen an Supermärkte und Verbraucher. Aber große Mengen sind selbst dann immer noch übrig. Und wandern zum Beispiel als Milchpulver nach Burkina Faso in West-Afrika. Das wird dort viel billiger verkauft als frische Milch von einheimischen Kühen.Aber es gibt dort gute Ideen im Land - und Misereor unterstützt sie mit den Spenden, die bei uns in den nächsten Wochen eingesammelt werden: Winzige Molkereien in den Dörfern zum Beispiel; mit Strom aus der Sonne, mit Kühlanlagen und dadurch guten hygienischen Bedingungen. Frauen-Genossenschaften betreiben sie und schaffen für sich selbst und die Bauern neue Einnahme-Möglichkeiten. Andere entdecken wieder, wie die kleinen Farmer mit natürlichen Mitteln vor Ort ihre Äcker vor Unkraut und Schädlingen schützen können. Oder wie Zwiebeln frisch geerntet und gut gelagert auf dem Markt einen besseren Preis erzielen ... Hier in Europa, wo immer noch schrecklich viele Lebensmittel auf den Müll wandern, müssen solche Beispiele einem doch in den Ohren klingeln. Misereor hilft in Afrika - und stößt uns hier nochmal darauf, wie dringend die kapitalistische Weltwirtschaft weiterentwickelt werden müsste. Dabei ist die Welt voller guter Ideen. Sie müssten nur genutzt werden!Altfried G. Rempe Pastoralreferent in Trier Kolumne Glaube im Alltag