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Die Mosel lebt - bei Kilometer 191

Die Mosel lebt - bei Kilometer 191

Moselkilometer 191 - der liegt etwa in Höhe der Trierer Jugendherberge. Wenn es nach dem Verein Moselfreunde 191 geht, soll dort künftig richtig was los sein: Grillfeten, Picknicks, Kunstausstellungen wollen die Initiatoren ans Ufer bringen. Denn das wird ihrer Meinung nach von den Trierern viel zu wenig genutzt.

Trier. Es ist Sommer - und am Moselufer ist mächtig viel los: Live-Musik mit Familienpicknicks, Drachenbootrennen, Grillpartys, Kunstevents und vieles mehr. Ein Szenario, das momentan noch eine Zukunftsvision ist. Denn bisher werde das Moselufer in Trier kaum genutzt, stellt Ursula Schultze fest. "Dabei ist die Landschaft sehr schön, und es sind viele Menschen unterwegs. Da könnte man doch was Gemeinschaftliches machen."
Um dieser Vision Leben einzuhauchen hat Schultze im Juli mit rund 40 Bekannten den Verein Moselfreunde 191 gegründet. Der Name spielt an auf den Moselkilometer 191, an dem sich die Jugendherberge befindet.
Begonnen hat das Projekt vor mehr als einem Jahr. "Benedikt Roth und Frank Klasen wollten unten auf der Wiese bei der Jugendherberge ein bisschen musizieren", berichtet Schultze. Der Leiter der Jugendherberge, Georgios Tsanis, sei sofort einverstanden gewesen.
Mittlerweile gehörten die drei Männer alle zum Vorstand des Vereins. Und der Musikabend am Ufer habe sich bewährt, wurde mehrfach wiederholt und stieß auf mehr und mehr Resonanz. "Wir sind zufällig auf eine der Partys an der Mosel gestoßen - und waren begeistert", erzählt Dirk Stadtfeld. Auch er ist dem Verein beigetreten, gemeinsam mit seiner Frau Sarah-Jasmin.
Seit dem Frühjahr haben die Moselfreunde in Kooperation mit der Jugendherberge fast ein dutzend Musikveranstaltungen am Moselufer organisiert - von Techno und House bis Reggae, oft spontan verstärkt durch Straßenmusiker. "Das Ganze war sehr familiär", berichtet Frank Klasen. "Den ganzen Tag über haben Kinder an der Mosel gespielt." Im Juli wurde in Kooperation mit dem Ruderverein eine Drachenbootfahrt organisiert, im August das Konzept vor Oberbürgermeister Klaus Jensen präsentiert. "Er war begeistert", sagt Schultze.
Ziel des Vereins ist es, langfristig das Moselufer und Trier-Nord zu beleben. Dabei sollen drei Elemente helfen: Musik- und Kulturveranstaltungen, Sport und Spiel. Auch eine Kooperation mit der Initiative "Trier-Nord am Fluss" (der TV berichtete) ist geplant, ebenso eine Aktion mit dem Kunstprojekt Papergirl Trier, bei dem Künstler ihre Werke kostenlos an Passanten verteilen. Und es gibt noch viele weitere Ideen, etwa Geocaching an der Mosel oder ein Selbstverteidigungstraining.
"Jede Menge brachliegende Fläche ist dort ungenutzt", findet Dirk Stadtfeld. Das Engagement des Vereins sei deshalb längst überfällig.
Extra

Clubabende veranstalten die Moselfreunde jeden letzten Montag im Monat ab 20 Uhr an der Jugendherberge, jeder ist willkommen. Online sind die Moselfreunde 191 auf der Plattform Facebook unter dem Namen "Agenda191" zu finden. Termine: Am 16. Oktober um 14 Uhr Live-Performance "Mosellieder" auf der Wiese bei der Jugendherberge, am 26. Oktober "Agenda191 meets Grüne Rakete" mit Livemusik, Tanz und Cocktails. Für den zweiten Advent ist eine "unkonventionelle Weihnachtsfeier" in der Jugendherberge mit Winterstimmung am Moselufer geplant. DQ