Abfallwirtschaft: Die Müllgebühren in der Region steigen deutlich

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Mehr Kosten, weniger Service: Beim Abfall zeichnen sich ab Januar starke Veränderungen ab.

Zum 1. Januar 2020 sollen die Müllgebühren in Trier und den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm steigen. Der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von bis zu 34 Prozent.

Die Müllabfuhr wird jedoch auch nach Änderung der Gebührensatzung an der Mosel, in der Eifel und in Trier allerdings nicht überall gleich viel kosten. Der Grund: Obwohl die einzelnen Landkreise im ART-Zweckverband zusammengeschlossen sind, haben sie noch eigene Abfall-Haushalte. Und weil zum Beispiel in Sehlem in den nächsten Jahren die millionenteure Abdichtung der alten Mülldeponie anfällt, müssen diese Kosten auch nur aus dem Gebührenhaushalt des Landkreises Bernkastel-Wittlich finanziert werden.

Langfristig will der ART die Abfallhaushalte der einzelnen Mitglieder des Zweckverbandes zusammenlegen. Bislang war das für 2024 geplant. Weil allerdings insbesondere Bernkastel-Wittlich Probleme hat, seinen Abfallhaushalt zu konsolidieren, verschiebt sich dieser Termin. „Die Zusammenlegung wird vor 2030 wohl nicht möglich sein“, sagt ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel.

Wann und wie der Abfall in Trier und den vier Landkreisen abgeholt wird, ist ebenfalls noch unterschiedlich geregelt. „Aber auch da streben wir eine Harmonisierung an“, erklärt Monzel. Ab 2020 wird im Vulkaneifelkreis die große Biotonne wieder abgeschafft. Stattdessen werden die Haushalte – wie schon in Trier und den übrigen Landkreisen – mit der Biotüte ausgestattet, die von den Bürgern selbst zu großen Sammelbehältern gebracht werden muss.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm erhalten viele Haushalte außerdem zum Jahresende neue, kleinere Restmülltonnen. Bislang ist dort die große 240-Liter-Tonne Standard. Künftig sollen die Abfallbehälter an der tatsächlichen Größe der Haushalte ausgerichtet werden. Vier-Personen-Haushalte erhalten beispielsweise 80-Liter-Tonnen. Größere Restmüllbehälter sind dann nur noch auf Bestellung und gegen höhere Grundgebühren möglich.

Die größte Änderung stehen dem Landkreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier bevor: Dort sind in der Jahresgrundgebühr bislang noch 26 Leerungen der Restmülltonne – also alle zwei Wochen – inklusive. Ab 2020 sind in der Grundgebühr nur noch 13 Leerungen im Vier-Wochen-Rhythmus enthalten. Die Müllwagen drehen zwar weiterhin alle 14 Tage ihre Runden. Restmülltonnen, die zusätzlich zum Vier-Wochen-Rhythmus geleert werden sollen, müssen dann deutlich sichtbar an den Straßenrand gestellt werden. Wer das tut, soll künftig für jede zusätzliche Leerung 9,66 Euro extra zahlen.

Dass der ART trotz weniger Serviceleistung insgesamt rund 35 Prozent mehr Gebühren einnehmen will, hängt vor allem mit den weiter steigenden Kosten für die Abdichtung 25 veralteter Mülldeponien zusammen. Neben rund 140 Millionen Euro, die der Zweckverband für die Sanierung dieser Halden bereits angespart hat, müssen für diesen Zweck jährlich rund acht Millionen Euro zusätzliche Rückstellungen gebildet werden – aus den Müllgebühren der Bürger.

Die ART-Versammlung – besetzt mit Kommunalpolitikern der beteiligten Gebietskörperschaften – hat am Donnerstagabend den Landkreisen und der Stadt Trier einstimmig empfohlen, der neuen Abfall- und Gebührensatzung zuzustimmen. Vor einem verbindlichen Beschuss müssen die Kreistage und der Trierer Stadtrat in ihren kommenden Sitzungen noch grünes Licht geben.

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