Die Mutter der Weinhöfefeste

Die Mutter der Weinhöfefeste

Das 31. Thörnicher Weinhöfefest führt Gäste aus der ganzen Region in den Ort, der damit einst eine Vorreiterrolle übernahm.

Thörnich Lichterketten begleiten von einem Weingut zum anderen - und Live-Musik. Sie erklingt in allen Ecken und entscheidet ein wenig mit, wohin es als nächstes geht: rüber zur Blasmusik oder zum Keyboarder, der aktuelle Stücke spielt? Doch die meisten Gäste des 31. Thörnicher Weinhöfefestes haben ihre Route im Kopf. Es zieht sie dahin, wo Wein und Essen auch voriges Jahr gut schmeckten. Denn die acht beteiligten Weingüter sind auch für ihre Küche bekannt. Ihre Spezialitäten reichen von Sauerbraten, Gulaschtopf und Kalbsragout über Kartoffelklöße, Flammkuchen und Quiche und bis zu Antipasti, Garnelen, Mosel-Tapas und Thai-Curry.
Da ist für jeden etwas dabei. Ebenso wie bei der Musik und den 150 Weinen. Damit Besucher das auch nutzen, motiviert ein Wein-Genuss-Pass, überall reinzuschauen. Wer das schafft, kann sogar gewinnen. Kölner Gäste von Peter Merges aus Detzem motivierte nicht nur das. Die Leute seien einfach nett und der Wein und Essen gut, sagt Frank Wölm. Mitglieder der Familien Fabricius und Guckeisen aus Schweich-Issel führen ähnliche Gründe immer wieder her. Sie könnten beim Fest einfach überall gut essen und trinken. Die Atmosphäre sei schön. Marcel Joosen, einer der treuesten Besucher, ist schon zum 28. Mal dabei. Dieses Mal als einer von fünf Feuerwehrkameraden aus Brecht nahe Antwerpen mit ihren Frauen. Auch sie kommen teils schon seit 15 Jahren an die Mosel, weil sie den "guten Wein" und Wanderungen über den Klettersteig Thörnicher Ritsch lieben.
Seit dem ersten Weinhöfefest dabei sind Winzer wie Josef Longen oder Alois Blesius. Es sei einfach ein gemütliches Fest, sagt Longen. Zum einen wegen der kurzen Wege im kleinen Dorf, zum anderen wegen des überall "ein bisschen anderen Flairs". Im Kelterraum, in dem am Dienstag wieder gearbeitet werde, hockten die Leute zusammen, lernten sich kennen und gingen dann weiter zum nächsten Winzerhof. Für die besondere Stimmung beim Thörnicher Weinhöfefest gibt es aber noch einen Grund. "Wir sind hier eigentlich das Original in der Region", erklärt Alois Blesius. Die Idee sei sogar bei ihnen im Haus entstanden und dem früheren Verbandsbürgermeister Harald Bartos zu danken, der Hoffeste aus der Pfalz kannte. Auch die mit seiner Schwester beginnende Tradition der Weinköniginnen der Römischen Weinstraße habe so ihren Anfang genommen. Schon beim zweiten Fest hätten sich zehn Betriebe beteiligt: "Und hinter jedem steht eine andere Familie mit anderen Persönlichkeiten." Ebenfalls mit dabei beim Fest waren die Weingüter K-J. Thul, Gebrüder Ludwig, Lex, Linden, Ludes und H-J. Loewen.

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