Die neue Brücke der Freundschaft zwischen Deutschland und Luxemburg

Infrastruktur : Die neue Brücke der Freundschaft zwischen Deutschland und Luxemburg

Die Überquerung für Fußgänger, Radfahrer und Rettungskräfte verbindet nach zwei Jahren wieder Langsur-Metzdorf und Moersdorf in Luxemburg. Die Eröffnungsfeier wird dabei zum lokalen Großereignis.

Genau 1082 Tage haben die Bewohner von Metzdorf (Gemeine Langsur auf deutscher Seite) und Moersdorf (Gemeinde Rosport-Mompach auf luxemburgischer Seite) auf diesen Tag warten müssen. In feierlichem Rahmen wird die neue Brücke über der Sauer endlich freigegeben.

Durch das Programm der Eröffnung führen Maria Braun, Ortsbürgermeisterin von Langsur, und Romain Osweiler, Bürgermeister von Rosport-Mompach. Die Planung für das Vorhaben lief zuvor bereits seit mehreren Jahren. „Damals wurde beschlossen, dass eine neue Brücke her muss“, erinnert sich Ortsbürgermeisterin Braun.

Im Mai 2016 sei die alte Holzkonstruktion von 1986 bereits gesperrt und Ende August 2017 dann abgerissen worden (der TV berichtete). Jeweils rund 800 000 Euro nahmen die beiden Gemeinden also in die Hand und errichteten einen Ersatz – diesmal aber aus Aluminium. Ein Andenken der alten Brücke gebe es aber noch, erklärt die Ortsbürgermeisterin Braun: Das Seniorenteam aus Langsur schreinerte aus dem Holz einen Picknicktisch, der auf dem Dorfplatz vor der Brücke zum Verweilen einlädt.

Ein Bierstand, Grills, einige Pavillions und Stuhlreihen sind in Metzdorf aufgestellt. Von dort aus überqueren die Besucher erstmals die Brücke Richtung Luxemburg. Dort folgt die Begrüßung der mehreren Hundert Gäste. Danach geht es wieder Richtung Deutschland, wo die Brücke von einem deutschen und einem luxemburgischen Priester geweiht wird. Dann schneiden die Bürgermeister auch schon das Band zur offiziellen Freigabe durch.

Romain Osweiler weist auf die friedliche Symbolik eines solchen Bauwerks hin: „Hier entstand eine Brücke der Freundschaft. Wie Isaac Newton schon sagte: ,Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken.’“ Gerade weil in Europa nach rechts gerückt werde, wollen die beiden Gemeinden ein Zeichen der europäischen Freundschaft setzen.

„Das Eröffnungsdatum hat eine doppelte Bedeutung“, erläutert Bürgermeister Osweiler. Am Vortag war Europatag, welcher erstmals in Luxemburg als ofizieller Feiertag galt. Am 10. Mai ist der 79. Jahrestag des nationalsozialistischen Überfalls auf Luxemburg, Belgien und die Niederlande. „Wir wollen auch daran erinnern, dass Brücken missbraucht werden können.“

Die Brücke sei aber nur eins der vielen bilateralen Projekte, die es mittlerweile in der Grenzregion gebe. Osweiler erwähnt unter anderem auch Kooperationen bei der Hochwasserhilfe und unter den Feuerwehren. Diese sollen die Sauer dank der Brücke im Notfall nun wieder schneller überqueren können.

Musikalisch begleiten die Musikvereine der beiden Orte die Einweihungsfeier.

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