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Die neue Fahrradgarage am Trierer Hauptbahnhof ist in Betrieb

Neue Fahrradgarage am Trierer Hauptbahnhof : Bis 4. November gilt der Nulltarif

Seit Mittwoch ist die neue Fahrradgarage der Stadtwerke am Hauptbahnhof in Betrieb. Bis Jahresende ziehen noch eine Velo-Werkstatt und Bundespolizisten in das  Gebäude ein, das künftig auch die Bahnhofstoiletten beherbergt.

Das passt! Baudezernent Andreas Ludwig kommt mit seinem Velo zur Eröffnungsfeier und damit wie gerufen als Versuchskaninchen. Vor den Kameras der Medienvertreter kann er gleich mal testen, wie das denn so funktioniert mit der neuen Fahrradgarage der Stadtwerke (SWT)  am Hauptbahnhof. Im Gegensatz zum Normalkunden bekommt der Mann aus dem Rathaus  aber noch etwas Hilfestellung vom SWT-Mobilitätschef: Michael Schröder öffnet per Dauerkarte den Zugang. Regulär müssen erst Tickets gegen Bares am Automaten gezogen werden.

Auch drinnen ist alles zur Zufriedenheit Ludwigs: „Schön geräumig, hell, und dank Gasdruckfeder lässt sich das Rad bequem auch auf die oberen Ständer bewegen.“ Schröder verweist stolz auf einen weiteren Clou: „Bei uns lassen sich die Räder auch problemlos an den Ständerbügeln befestigen. Damit sind sie vor Diebstahl geschützt.“

Wer dennoch einen Klauversuch startet, hat schlechte Karten: Die Abstellanlage ist videoüberwacht.  (Park-)Platz ist für 170 Velos, zehn davon können in großen Boxen unterkommen. Die sind ebenso mit Steckdosen ausgestattet wie die  18 Schließfächer, in denen eBike- und Pedelec-Akkus aufgeladen werden können.

Wolfram Leibe, Oberbürgermeister und SWT-Verwaltungsratschef, lobt das „neue Mobilitätsangebot“, das vor allem Berufspendler und Touristen ansprechen dürfte, die in unmittelbarer Nähe auf Bus und Bahn umsteigen können. Und in nicht allzu ferner Zukunft auch auf Carsharing (Gemeinschaftsautos). Denn nach der Inbetriebnahme der Radgarage am Mittwochnachmittag wird bislang nur etwa die Hälfte des rund 360 Quadratmeter großen Neubaus genutzt. In den kommenden Monaten sollen die Fahrradwerkstatt des Bürgerservice (bisher im Bahnhofsgebäude untergebracht) und Büroflächen der Bundespolizei folgen und eine moderne Toilettenanlage, die das unsägliche Kapitel der alten Bahnhofsklos beendet.

Entsprechend „unfertig“ ist das rund eine Million Euro teure Multifunktionsgebäude (knapp ein Drittel davon entfällt auf die Fahrradgarage, die das Land mit 160 000 Euro bezuschusst). SWT-Architekt Christian Reinert zum Stand der Dinge: „Aktuell sind unsere Schlosser mit der Fassade in den letzten Zügen. Parallel dazu treiben wir den weiteren Innenausbau voran. Ziel ist es, unseren Mietern bis Jahresende bezugsfertige Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.“ Apropos Fassade: Die besteht aus gepressten Platten auf Basaltbasis und ist komplett recyclebar. Zur Wärme- und Stromversorgung setzen die Stadtwerke in ihrem Neubau am Hauptbahnhof erstmals eine Kombination aus Brennstoffzelle und Brennwertkessel ein.

Auch die Optik spreche für sich: „Dieses Gebäude ist schöner als nebenan der Hauptbahnhof, auch wenn der unter Denkmalschutz steht“, findet OB Leibe. Ein weiterer Gewinn für das lange vernachlässigte Bahnhofsquartier soll ein neugestalteter Vorplatz werden. Das Rathaus habe seine Hausaufgaben gemacht und die Grundplanung fertiggestellt. Im Sinne eines modernen öffentlichen Nahverkehrs wolle man sich gerne mit der Bahn abstimmen, doch die komme „nicht zu Potte. Wenn sie das weiterhin nicht tut, dann treiben wir das Projekt alleine voran. Ich möchte nicht ewig warten.“

 Baudezernent Andreas Ludwig nutzt als Erster die neue Parkanlage. Stadtwerke-Mobilitätschef Michael Schröder (links) betätigt sich als Türöffner.
Baudezernent Andreas Ludwig nutzt als Erster die neue Parkanlage. Stadtwerke-Mobilitätschef Michael Schröder (links) betätigt sich als Türöffner. Foto: TV/Roland Morgen
 „Einfach und sicher“: Die Stadtwerke-Mitarbeiter Christoph Lehnert (links) und Maximilian Rauen präsentieren die halbautomatischen Fahrradständer.
„Einfach und sicher“: Die Stadtwerke-Mitarbeiter Christoph Lehnert (links) und Maximilian Rauen präsentieren die halbautomatischen Fahrradständer. Foto: TV/Roland Morgen

Die Radstation kann bis einschließlich Sonntag, 4. November, gratis genutzt werden. Anschließend kostet die Tageskarte einen Euro, die Monatskarte sieben Euro und die Jahreskarte 70 Euro.