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Die Opfer von Straftaten im Blick - Stadt und Polizeipräsidium Trier veranstalteten den 1. Trierer Sicherheitstag

Die Opfer von Straftaten im Blick - Stadt und Polizeipräsidium Trier veranstalteten den 1. Trierer Sicherheitstag

Beim 1. Trierer Sicherheitstag rückten die Stadt und das Polizeipräsidium Trier den Opferschutz in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Umfassende Informationen verschiedener Hilfeeinrichtungen und Expertenvorträge zum Thema Opferschutz standen auf dem Programm der Veranstaltung im Kurfürstlichen Palais.

Mit einem umfangreichen Informations- und Beratungsangebot starteten Oberbürgermeister Klaus Jensen und Polizeipräsident Lothar Schömann den Trierer Sicherheitstag in der ADD. Zwischen 12 Uhr und 17.30 Uhr informierten Experten im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais über Aspekte des Opferschutzes. Auf dem "Markt der Möglichkeiten" im Foyer erläuterten Opferschutzorganisationen und Hilfeeinrichtungen ihre Arbeit und boten konkrete Hilfe für Betroffene an. Rund 200 Besucher, darunter zahlreiche Polizeibeamte und viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit zur Information.

Vor 20 Jahren konstituierte sich der Kriminalpräventive Rat der Stadt Trier. Oberbürgermeister Klaus Jensen und Polizeipräsident Lothar Schömann haben aus diesem Anlass vereinbart, künftig jährlich einen Trierer Sicherheitstag durchzuführen. Die Idee wird durch eine Kooperation mit den Trierer Justizbehörden, der Bundespolizeiinspektion Trier, der Universität Trier, der Hochschule Trier, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit und der City-Initiative Trier unterstützt. In einem jährlichen Turnus soll künftig über unterschiedliche Themen der Kriminalitätsbekämpfung informiert werden. Die Themenwahl wird sich aus der aktuellen Kriminalitätslage ergeben und soll auch Informationsbedürfnisse der Bevölkerung aufgreifen.

"Auch wenn die Rechte von Opfern in den letzten Jahrzehnten stetig erweitert wurden, wird weiterhin beklagt, dass Opfer im Strafverfahren viel zu wenig Berücksichtigung fänden, ja teilweise eine sekundäre Viktimisierung damit verbunden sei," sagte Polizeipräsident Lothar Schömann in seiner Begrüßung. Mit dieser Veranstaltung wolle man den Blick auf den Opferschutz richten, die Rechte von Opfern in Strafverfahren beleuchten und Hilfemöglichkeiten vorstellen.
So stellen auf dem "Markt der Möglichkeiten" zahlreiche Opferschutzorganisationen und Hilfeeinrichtungen ihre Arbeit vor. Der Weiße Ring, der Kriminalpräventive Rat der Stadt Trier, die Arbeitsgemeinschaft Frieden, das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz, die Interventionsstelle Trier und die Zentrale Prävention des Polizeipräsidiums Trier informierten und boten auch konkrete Hilfeleistungen an. So waren neben dem Fachpublikum auch zahlreiche interessierte Besucher erschienen, darunter auch einige Opfer von Straftaten, die sich direkt informierten.
Seit dem 1. Juli hat das Polizeipräsidium Trier mit einer hauptamtlichen Opferschutzbeauftragten auch eine direkte Ansprechpartnerin. Polizeipräsident Lothar Schömann stellte dem Publikum die Polizeioberkommissarin Jennifer Schmidt vor, die diese Aufgabe wahrnimmt. "Die Polizei hat seit vielen Jahren ihre Präventionsarbeit ausgeweitet mit dem Ziel, Straftaten und damit Opferwerdung zu reduzieren. Opferschutz ist fester Bestandteil polizeilicher Arbeit und so freue ich mich, dass ich ihnen unsere hauptamtliche Opferschutzbeauftragte vorstellen kann, " sagte Schömann.

Neben der Darstellung der Arbeit der Opferschutzorganisationen bildeten Expertenvorträge einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung. Mediziner und Juristen sowie Experten von Opferschutzeinrichtungen beleuchteten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Beeindruckend waren die Schilderungen der Berliner Autorin Susanne Leinemann, die am 29. April 2010 in Berlin von mehreren Jugendlichen überfallen und lebensgefährlich verletzt worden war. Prof. Dr. Mark Zöller von der Universität Trier erläuterte den Opferschutz im Strafverfahren. Die Problemstellungen rechtsmedizinischer Begutachtungen kindlicher Opfer von Straftaten stellte Dr. Verena Héroux, Rechtsmedizinerin an der Uni Mainz, vor. Karl-Heinz Weber, Polizeipräsident in Mainz und Landesvorsitzender des Weißen Rings erläuterte die Arbeit seiner Hilfeorganisation. Den Täter-Opfer-Ausgleich thematisierten Staatsanwalt Benjamin Gehlen von der Staatsanwaltschaft Trier und Elke Hoffmann von der AG Starthilfe, Trier. Dr. Birgit Albs-Fichtenberg von der Trauma-Ambulanz des Trierer Brüderkrankenhauses stellte die Möglichkeiten der klinischen Opferhilfe dar und Dr. Peter Locher vom St. Elisabeth Krankenhaus Wittlich ging auf das Thema klinische Opferhilfe nach Sexualdelikten ein.