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Die Ortsgemeinde Hockweiler baut ihren rund 40 Jahre alten Dorftreffpunkt um.

Bauprojekt : Neues Bürgerhaus am alten Standort

Die Ortsgemeinde Hockweiler baut ihren 40 Jahre alten Dorftreffpunkt um. Der soll dann für spannende Begegnungen genutzt werden.

Das Gemeindehaus Hockweiler wirkt trotz seines Alters noch ganz passabel, aber bei näherem Hinsehen zeigen sich die Probleme: Die Dachkonstruktion mit ihren Gauben und Dachschrägen frisst wertvollen Platz des Gemeindesaals und der benachbarten Küche. Die Dachisolierung mit schädlichen Füllungen ist Marke 80er-Jahre und wäre heute so nicht mehr zulässig. Alle Fenster haben zwar schon Doppelglas, aber durch die betagten Holzrahmen pfeift der Wind. Das Haus in Hanglage beherbergt im Untergeschoss einen Jugendraum und die Räume für die Feuerwehr Hockweiler. Barrierefrei ist der Altbau nicht – die Räume sind nur über Treppen erreichbar.

Als die Feuerwehr vor vier Jahren ein eigenes Fahrzeug erhielt, kam als Anbau eine kleine Fahrzeughalle dazu. 2018 beschloss der Gemeinderat, das Bürgerhaus barrierefrei zu erweitern und dabei grundlegend auch energetisch zu sanieren. Viele Arbeiten sollten in Eigenleistung durch Feuerwehr und Gemeinderat geleistet werden. Die Aufträge für technische Arbeiten wie Strom und Wasser, Sanitär sowie der komplette Dachumbau wurden an Fachfirmen vergeben.

Den Planungsauftrag erhielt das Schweicher Architektenbüro Schuh und Weyer. Zentraler Punkt der Sanierung ist das komplette Dach. Dazu Ortsbürgermeister Uwe Seher: „Die in den Gemeinderaum ragenden Dachschrägen schränken die Nutzfläche erheblich auf etwa 60 Quadratmeter ein.“ Das reiche für Veranstaltungen mit etwa 40 Personen. Deshalb werde das neue Dach ohne Gauben weit nach außen verlagert, so erhalte man erheblich mehr Nutzfläche und vor allem gerade Wände. Seher: „Dank des Raumgewinns wollen wir auch eine ganzjährige Begegnungsstätte für die älteren Dorfbewohner schaffen. Außerdem würden sich die fünf bildenden Künstler im Ort über die Räume als Ausstellungsort freuen.“

Auch für die dann erweiterte Küche nebenan sieht der Ortsbürgermeister neue Nutzungsmöglichkeiten. Sie wäre etwa für gesellige Kochkurse geeignet. Und in weiterer Zukunft soll das Haus ein Notstromaggregat erhalten, das es im Katastrophenfall für besondere Verwendungen unabhängig vom Netz machen würde.

Die entsprechende technische Vorinstallation ist in der laufenden Sanierungsmaßnahme eingeplant. 350 000 Euro betragen nach Angaben Sehers die Gesamtkosten, 100 000 Euro steuert das Land aus seinem Investitionsstock bei, die restlichen 250 000 Euro trägt Hockweiler aus seinem Haushalt.

Eine ziemliche Leistung für einen Ort mit nur rund 300 Einwohnern. Begonnen hatten die Arbeiten im Februar in Eigenleistung mit der Auskernung. Ein guter Teil davon ist schon geschafft. Doch die Frage nach der Fertigstellung beantwortet Seher mit einem bitteren Lachen: „Geplant war Ende August 2020. Doch dann kam die Corona-Krise und mit ihr Personal- und sonstige Engpässe bei den Firmen.“

Er gehe erst mal von 2021 aus. Schon heute hänge man mit den Arbeiten vier bis fünf Wochen hinter dem Zeitplan.