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Die Polizei wartet auf ihr Traumhaus

Die Polizei wartet auf ihr Traumhaus

2013 soll das neue Polizeipräsidium auf dem Post-Gelände beim Hauptbahnhof bezugsfertig sein - an dieser Aussage hält das Präsidium fest. Dabei sind Kernprobleme, darunter die abschließende Klärung der Bebaubarkeit dieses Grundstücks, noch völlig offen.

Die Entscheidung fiel 2006: Auf dem Postgelände am Bahnhof soll das neue Polizeipräsidium entstehen. TV-Foto: Roland Morgen/Archiv

Trier. Die Bagger sollten bereits rollen. 2006 hatte der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) die Mitte des Jahres 2008 als Baubeginn angekündigt. Eine optimistische Prognose, eingebettet in ein hochsensibles Thema. 400 Polizisten sind in Trier auf acht Standorte verteilt, manche arbeiten unter völlig inakzeptablen Bedingungen in überhitzten, fensterlosen Büros. In anderen Räumen hat die Bekämpfung der Schädlinge eine fast ebenso hohe Priorität wie die der Kriminalität.

Diese Notlösungen sind Folgen der notwendig gewordenen Räumung des alten Präsidiums-Gebäudes in der Südallee. 88 Polizisten litten unter Symptomen von Atembeschwerden bis hin zu Verätzungen der Atemwege, die sowohl vom Betriebsarzt als auch von weiteren Ärzten attestiert wurden. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Würfel in der Südallee zum leer geräumten Auslaufmodell.

Die Notlösungen werden wesentlich länger als ursprünglich erwartet den Alltag der Ordnungshüter prägen, das steht bereits fest. Doch zurzeit ist auch die Grundlage eines Einzugs 2013 noch alles andere als stabil. Denn das Areal der alten Hauptpost steht im Mittelpunkt einer intensiven Untersuchung. Eine Arbeitsgruppe des Finanzministeriums analysiert die Bebaubarkeit zusammen mit der Denkmalpflege.

Das Polizeipräsidium Trier hat den Abschlussbericht dieser Untersuchung Ende Juni, spätestens Anfang Juli erwartet - das verriet Pressesprecherin Monika Peters Mitte Juni. Gestern räumte sie ein: "Bei uns liegt noch nichts vor." Bernhard Landwehr, Pressereferent des Finanzministeriums Rheinland-Pfalz, bestätigte: "Dieses Thema ist noch nicht spruchreif, es gibt keinen neuen Sachstand."

In der Zwischenzeit will das Präsidium an den Notlösungen arbeiten. Peters spricht von "tatsächlich inakzeptablen Verhältnissen im Gebäude Güterstraße". Eine "raumlufttechnische Anlage" soll aktiviert werden, auch die Schädlingsbekämpfung habe Priorität. An einem Plan zur Umsetzung arbeite man aktuell.

Meinung

Die leidenden Ordnungshüter

Die Welle der Erkrankungen im alten Gebäude in der Südallee begann 2005. Bis zum Jahresende war noch von einer millionenschweren Generalsanierung die Rede, im Frühjahr 2006 fiel dann die Entscheidung, einen neuen Standort zu suchen. Während ebenso optimistische wie unrealistische Prognosen über den Umzugstermin entstanden, packte man viele Ordnungshüter in Büros, die noch nicht mal als Lagerraum geeignet sind. Dort sitzen sie seit Jahren - und dennoch läuft erst jetzt der Plan vom Stapel, diese Zustände zu verbessern. Viel zu spät. j.pistorius@volksfreund.de