Die Prinzessin wünscht sich den Mond

"Guter Mond, du gehst so stille" ist ein Spiel vom Wünschen. Welch' andere Geschichte würde besser in die Vorweihnachtszeit passen als diese. Die "Darsteller" auf der Bühne sind Puppen aus dem "Zwirnzupfer"-Marionettentheater des Trierers Helmut Rach.

Trier. Einen ausgefallenen Wunsch hat Prinzessin Susanne in der Tat, als sie sich bei ihrem zehnjährigen Geburtstag den Mond als Geschenk wünscht. Da ist selbst der Vater ganz baff. Hätte er dem Töchterlein doch bloß nicht das Versprechen eines freien Wunsches gegeben. Aber die Prinzessin hatte sich ganz arg den Magen verdorben, und da sollte ein Wunsch sie darüber hinweg trösten. Jetzt muss der König zusehen, wie er damit klarkommt. Versprochen ist versprochen, gilt auch für einen König. Schließlich will er Ansehen und Autorität am Hofe nicht aufs Spiel setzen. Also ruft er die königlichen Berater herbei. Leicht wird es auch für die nicht, dabei zu helfen, die Prinzessin zufriedenzustellen. Aber dafür ist es ja ein Märchen: Die ganze Geschichte nimmt - nach etlichen Wirrungen - einen glücklichen Ausgang. Prinzessin Susanne bekommt ihren Mond. Nur ist es nicht der, der am nächtlichen Himmel zu sehen ist, sondern der für die Prinzessin fällt um einiges kleiner aus und ist silberfarben. Die Geschichte von der schweren Geburt eines Wunsches spielt sich auf einer winzigen Bühne ab. Den "Akteuren" entwachsen Fäden, die straff oder weniger angezogen nach oben zeigen. Ohne diese und die geschickten Hand-Bewegungen von Marionettentheater-Inhaber Helmut Rach und Mitspieler Thomas Mohr (Künstlername), könnten die Puppen nicht einen "Finger" heben. Neben der spannenden Geschichte sind es die geschnitzten Figuren aus Holz, weshalb die Kinder das Spiel so aufmerksam verfolgen. Texte und Musik kommen vom Band. Fünfmal fällt der Vorhang. Nach dem letzten Aufzug dürfen die kleinen Besucher sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen. Das Marionettentheater "Zwirnzupfer" spielt im Jugendzentrum Mergener Hof in Trier, Rindertanzstraße 4, die nächsten Märchen-Stücke wie folgt: (jeweils sonntags, 15 Uhr) 23. Dezember: "Hänsel und Gretel"; 6. Januar: "Rumpelstilzchen"; 3. Februar: "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren"; 2. März: "Der gestiefelte Kater".