Die Retter proben den Ernstfall

Trier · 90 Einsatzkräfte haben bei einer Großübung in der Jägerkaserne Trier-West durchgespielt, was im Fall einer Katastrophe alles getan werden muss. Mit den Erkenntnissen aus der Übung werden die Abläufe optimiert.

Nur eine Übung, aber wichtig für echte Einsätze: Feuerwehrleute, Sanitäter und Ärzte proben in Trier-West die Versorgung Dutzender Verletzter. TV-Foto: Jana Sauer

Trier. Verletzte liegen auf Tragen. Sie sind fixiert und tragen Karten, auf denen die Schwere ihrer Verletzungen angegeben ist. Feuerwehrleute, Sanitäter und andere Rettungskräfte eilen durch die Reihen, bauen Zelte auf und geben Anweisungen.Die vielen Einsatzfahrzeuge der verschiedenen Rettungsdienste geben ein beeindruckendes Bild ab. All das spielt sich ab, ohne dass ein echter Unfall geschehen ist. Grund: Etwa 90 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Trier, der Freiwilligen Feuerwehren, der Schnelleinsatzgruppen (SEG, darunter das Deutsche Rote Kreuz) und der Notfallseelsorge proben auf dem Gelände der Jägerkaserne in der Eurener Straße den Ernstfall. 35 Fahrzeuge sind im Einsatz.Anlass ist ein neues Konzept, der sogenannte BHP (Behandlungsplatz) 50. Er soll gewährleisten, dass 50 Verletzte innerhalb von einer Stunde versorgt werden können. Dafür werden die Menschen, die Verletzte spielen, in mehrere Sichtungsgruppen eingeteilt, die sich nach der Schwere der jeweiligen Verletzungen richten.Premiere für Trier

Helfer bauen mehrere Zelte auf, in denen Verletzte behandelt werden können, und bereiten die Verlagerung der Patienten vor. Dieses neue, übergreifende Konzept gibt es seit kurzem landesweit, in Trier kommt es jetzt zum ersten Mal zum Einsatz."Das hier ist weniger eine Probe als eine Demonstration. Wir wollen zeigen, wie das Konzept funktioniert", erzählt Thomas Reinholt von der Berufsfeuerwehr Trier. Er hat den Einsatz gemeinsam mit Christoph Gotters von den Maltesern organisiert. Beide sind zufrieden mit dem Ablauf, der auch dazu dient, Fehler im System zu entdecken, um im Katastrophenfall ohne Komplikationen einsatzbereit zu sein. "Eine solche Katastrophe kann ein Busunfall sein, aber auch ein Terroranschlag oder eine Lebensmittelvergiftung", erklärt Gotters.Sven Ney von der Berufsfeuerwehr Trier betreut zusammen mit seinen Kollegen die Verletzten, die größtenteils zur Freiwilligen Feuerwehr gehören. Ney lobt besonders die reibungslose Zusammenarbeit: "Das hier ist ein übergreifender Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Notseelsorgern. Dass das so gut klappt, setzt eine gute Organisation voraus."Weitere Punkte an diesem Tag sind die Ernennung und Entpflichtung einiger Notärzte der Stadt Trier und die Einweihung eines neuen Rettungswagens, der nach modernsten Standards ausgerüstet ist. jasaVideo zum Thema untervolksfreund.de/videos