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Die Rettung für 700 marode Wohnungen in Trier kann starten

Kostenpflichtiger Inhalt: Wohnungsbau : Die Rettung für 700 marode Wohnungen der Stadt Trier kann starten

70 Millionen Euro wird die Sanierung der maroden städtischen Wohnungen kosten. Partner der Stadt ist dabei die Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt). Der Plan für die nächsten Jahre steht bereits fest.

Die Entscheidung über den Mehrheitsgesellschafter der neuen Wohnungsgesellschaft ist gefallen. Gemeinsam mit der gbt Wohnungsbau- und Treuhand AG wird die Stadt Trier in den kommenden 20 Jahren die 700 stark sanierungsbedürftigen ihrer insgesamt 826 Wohnungen auf Vordermann bringen. Mehr als 70 Millionen Euro wird das nach aktuellen Schätzungen kosten. Finanziert werden soll es durch Darlehen der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz und der Stadt Trier.

Nachdem der Stadtrat Trier dem im nichtöffentlichen Teil der nachgeholten Sitzung am Montagabend einstimmig zugestimmt hatte, präsentierten Oberbürgermeister Wolfram Leibe und gbt-Vorstand Stefan Arling am Dienstag die neue Gesellschaft Wohnen in Trier (WIT) der Öffentlichkeit. Die gbt sei unter den beiden Bewerbern einer europaweiten Ausschreibung als Sieger hervorgegangen, betonte der Oberbürgermeister. „Es ist wichtig, dass wir damit über einen Partner mit lokaler Kompetenz verfügen.“ Leibe bedauert zwar die Verzögerung bis zur Gründung der Gesellschaft um ein Jahr. Das sei dem Tüfteln über die komplexen Fragen für das ideale Vertragsmodell geschuldet gewesen. Vom Ergebnis ist er überzeugt. „Die Stadt Trier bleibt Eigentümer der Wohnungen.“

Möglich wird das über das sogenannte Nießbrauchsrecht an dem städtischen Wohnungsbestand, das die Stadt der WIT für eine Zeit von 24 Jahren einräumt. Das Entgelt dafür beträgt nach der derzeitigen Kalkulation jährlich 1,12 Millionen Euro. Nach der Vertragslaufzeit erhält die Stadt Trier gegen einen Wertausgleich die Wohnungen zurück. Dieser wird nach den aktuellen Prognosen der Fachleute im Rathaus gering sein. Oberbürgermeister Wolfram Leibe ist optimistisch, dass auch die Kommunalaufsicht kein Veto gegen das Vertragswerk einlegt. „Es ist mit Blick auf die aktuellen Förderbedingungen genau der richtige Zeitpunkt loszulegen. Wenn alles läuft, könnte das bereits im zweiten Quartal passieren.“

Das glaubt auch gbt-Vorstand Stefan Arling, der gemeinsam mit dem Architekten und Prokuristen Heinrich Masselter das Vorgehen skizzierte. So sollen die Großprojekte auf Mariahof und in der Magnerichstraße zügig unter dem Dach der WIT fortgeführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der kommenden Jahre wird die Kernsanierung der zwölf städtischen Gebäude im Burgunderviertel in Neu-Kürenz sein. Unabhängig von diesen drei Schwerpunkten sollen die Instandhaltungsmaßnahmen für den Wohnungsbestand laufen, die sich nach den Prognosen der Stadt in der 24-jährigen Laufzeit zu einer Gesamtsumme von 28,4 Millionen Euro addieren werden.

Die gbt setzt dabei auf eigenes Personal, das gilt für die Bewirtschaftung ebenso wie für die Planung, die Instandhaltung und die Pflege der Grünflächen. „Um kostengünstiger und schneller sein zu können, setzen wir eigene Handwerker und viele Hausmeister ein“, betont Stefan Arling, der einen weiteren Vorteil der Zusammenarbeit mit der gbt betont. „Das Wohl unserer Mieter liegt uns am Herzen. Durch unseren eigenen Wohnungsbestand können wir Ersatzraum bereitstellen, wenn Mieter wegen Sanierungsmaßnahmen vorübergehend ausziehen müssen.“

OB Leibe ist vom Erfolg der neuen Wohnungsgesellschaft überzeugt. „Für ein rein städtisches Modell wäre unser Wohnungsbestand einfach zu klein“, gibt er zu bedenken. Und er nennt den wesentlichen Vorteil der GmbH: „Mit der entkommen wir der öffentlichen Ausschreibungspflicht, die für Projekte der Stadt gilt.“ Alles geht schneller und flexibler.