Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin lobt Engagement der Jugendlichen, warnt aber vor Schulschwänzen.

Für eine bessere Zukunft : Klima-Demo in Trier: Hunderte Schüler erwartet

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin lobt das Engagement der Jugendlichen, warnt aber vor Schulschwänzen.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) begrüßt, dass sich Jugendliche bei den Protestaktionen Friday for Future für Klima- und Umweltschutz einsetzen. „Demokratisches Engagement und die Bedeutung des Umweltschutzes sind auch zentrale Themen im schulischen Unterricht“, sagte Hubig unserer Zeitung. Gleichzeitig wies sie aber darauf hin, dass die Teilnahme an den Freitagsprotesten während der Schulzeit als unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht gilt und damit als Verstoß gegen die Schulordnung gewertet wird. Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) hatten zuvor schon bekundet, dass sie die Proteste der Schüler unterstützen.

Für heute wird weltweit und auch in Deutschland wieder mit Schülerprotesten für mehr Klimaschutz gerechnet. Auch in Trier soll es erneut eine Demo geben. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 600 Teilnehmern, die sich ab 10 Uhr auf dem Trierer Domfreihof treffen. Die zweite Friday-for-Future-Aktion in Trier soll nach Auskunft von Mitorganisatorin Ronja Heimann der Auftakt zu monatlichen Klimaschutzprotesten in der Stadt sein. Klimaschutz sei ein „total wichtiges Thema“, das viele Jugendliche bewege, sagt die 15-jährige Gymnasiastin aus Trier. Seit Jahrzehnten wisse man, dass man den Klimawandel stoppen müsse. Daher müsse man jetzt handeln, um nicht „unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft der gesamten Menschheit“ zu gefährden, sagt Heimann.

Die Landesschülervertretung (LSV) hat die Schüler aufgerufen, an den verschiedenen Aktion im Land teilzunehmen, „um zu zeigen, dass unsere Generation keineswegs unpolitisch ist und dem Klimawandel längst den Kampf angesagt hat“, sagt Aylin Gümüş, Vorstandsmitglied der LSV. Sie tritt dem Vorwurf entgegen, dass die Schüler die Proteste nur nutzten, um die Schule zu schwänzen. „Wir entziehen uns nicht leichtfertig der Bildung.“ Auch Ronja Heimann nennt den Vorwurf „völligen Schwachsinn“.

Der Schulleiter der kirchlichen Blandine-Merten-Realschule in Trier, Thorsten Schaller, weist darauf hin, dass Schülerinnen (an der Schule werden nur Mädchen unterrichtet), die eigenmächtig an der heutigen Demo in Trier teilnehmen, unentschuldigte Fehlstunden erhalten werden.

Der Trierer Soziologe und Jugendforscher Waldemar Vogelgesang zeigt sich nicht überrascht über das wachsende politische Engagement von Jugendlichen. Seit Jahren sei in den Ergebnissen von Jugendbefragungen ein kontinuierlicher Anstieg des politischen Interesses der jungen Generation festzustellen. „Die ihr oft unterstellte Politikverdrossenheit verkennt dabei sowohl die Vielfalt und Kreativität ihrer Beteiligungsformen als auch die ethisch-moralische Ausrichtung des Politikverständnisses junger Menschen“, sagt Vogelgesang. Er geht jedoch nicht davon aus, dass sich daraus eine neue Jugendbewegung oder Umweltinitiative bildet.

Vorreiterin der Proteste ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Seit August vergangenen Jahres bleibt die 16-Jährige jeden Freitag dem Schulunterricht fern und demonstriert stattdessen für die Umsetzung der Klimaziele.

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