Die Sache mit dem Alter
Mit dem Alter ist das ja so eine Sache. Als eifriger Leser dieser Kolumne weiß ich mittlerweile, dass auch meine meist etwas oder sogar wesentlich jüngeren Kolleginnen und Kollegen sich über das Alter Gedanken machen.
Da wird die Existenz von Cellulite heftig dementiert, der 40. Geburtstag beweint, das schüttere Haupthaar bedichtet oder Schuhverkäufer, die Väter als Großväter bezeichnen, kritisiert.
Und ich gebe ja auch zu: Bei der Bekämpfung der Alterserscheinungen kämpfe ich an allen Fronten. Die Antifaltencreme gegen die Runzeln im Gesicht, chemielastige Substanzen, um die Ergrauung des Haupthaares zu verdecken, Laufen gegen den Altersspeck, Krafttraining gegen das Zipperlein im Rücken. In meinem Mund hat die Altbausanierung begonnen, und die Brille auf der Nase hat eine Doppelfunktion: Sie kaschiert Falten rund um die Augen und ermöglicht es mir, auch Kleingedrucktes zu lesen. Mit all dem habe ich mich abgefunden! Nur eines muss ich vermeiden. Ich darf auf keinen Fall Fernsehwerbung sehen. Denn da wird schonungslos offengelegt, welche Schrecken mich eigentlich schon ereilt haben müssten oder zumindest kurz bevorstehen. Frauen jenseits der vierzig haben nämlich, so sagen es die Werbefachleute: Krampfadern, Hämorriden, Inkontinenz, Verdauungsstörungen, brüchige Knochen, und, und, und…
Eigentlich ist eine Frau, die auf die 50 zugeht, nur noch ein Wrack! Doch als wäre das nicht schon schlimm genug: Glaubt man der Werbung, dann reden diese alternden Damen auch über nichts anderes!
Ich weiß ja selbst, dass ich nicht jünger werde, aber die zuletzt genannten Beschwerden habe ich nicht, noch nicht! Und wenn ich sie habe, werde ich bestimmt nicht darüber reden, zumindest nicht öffentlich und nicht an dieser Stelle. Versprochen!