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Die Schönheitskur für den Schlosspark

Die Schönheitskur für den Schlosspark

Die 19 Stadtteile in Trier haben viele gemeinsame Sorgen und Wünsche. Die Probleme sind andererseits aber auch sehr individuell. Das zeigt eine Serie, bei der wir die Ortsvorsteher zu Wort haben kommen lassen, mit Rückblick, Ausblick und einer unterhaltsamen Frage. Heute ist Bernd Michels (CDU), Ortsvorsteher von Trier-Kürenz, an der Reihe.

 Bernd Michels (CDU). TV-Foto: Roland Morgen
Bernd Michels (CDU). TV-Foto: Roland Morgen Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"

Das war 2015: Die Sanierung des "Kutscherhäuschens" im Schlosspark in der Domänenstraße war der Beginn der Maßnahmen, die das einmalige Kleinod wieder beleben soll.

Der Schlosspark mit seinen teilweise 200 Jahre alten Bäumen, mit den Möglichkeiten, sich dort wohnortnah im Grünen aufzuhalten und dort zu verweilen, ist eine wichtige identitätsstiftende Einrichtung in Alt-Kürenz, die erhalten werden muss.

Weitere wichtige Schritte und Maßnahmen sind eingeleitet, um auch die Sanierung der Orangerie zeitnah zu ermöglichen. Wenn diese Vorhaben abgeschlossen sind, hat Kürenz wieder einen Raum, der für Vereinsnutzung oder auch für private Veranstaltungen nutzbar ist. Der Ortsbeirat samt Ortsvorsteher sind davon überzeugt, dass der Schlosspark als Veranstaltungs- und Aufenthaltsraum künftig dann stärker genutzt wird. Die Ansiedlung des Drogeriemarktes auf dem Petrisberg, die nach langer und intensiver politischer und öffentlicher Diskussion ermöglicht wird, ist und war ein wichtiger und richtiger Schritt, um die Nahversorgung in diesem Bereich nachhaltig zu verbessern.

Bereits heute steht fest, dass die Ansiedlungen in der Bevölkerung begrüßt werden. Nicht zuletzt waren die umfangreichen Baumaßnahmen in den Kindertagesstätten St. Augustinus in Neukürenz und St. Bonifatius in der Domänenstraße wichtige Maßnahmen, um beide Einrichtungen zukunftsfähig zu gestalten.

Der Ortsbeirat hat beide Vorhaben nachhaltig unterstützt. Die Entscheidung des Landes die "Staatliche Weinbaudomäne" nach einer 115 jährigen Geschichte aufzugeben, hat den Ortsbeirat und die Öffentlichkeit mehr als enttäuscht. Es ist schade, dass ein Vorzeigebetrieb - offenbar aus wirtschaftlichen Erwägungen - aufgegeben und nicht mehr weitergeführt wird. Es ist zu hoffen und ist zu erwarten, dass vom künftigen privaten Pächter ein Nutzungskonzept vorgelegt wird, dass mit den örtlichen Gremien so abgestimmt wird, dass der Bereich als Naherholungsgebiet, als Weinbaufläche und auch als ein Stück "Kulturgut" erhalten bleibt.

Das kommt 2016: Die Herausforderungen, aber auch die Entwicklungschancen sind im kommenden Jahre vielfältig und erfordern entschlossenes und konsequentes Handeln. Die weitere Entwicklung im Bereich des "Walzwerkes" sind für Kürenz eine einmalige Gelegenheit den Stadtteil, gerade im Bereich des alten Ortskernes zu entwickeln. Die Verbesserung der Nahversorgung, der weitere Ausbau und die Schaffung von Wohnraum haben eine hohe Bedeutung.
Ebenso sind viele andere interessante und wichtige Nutzungen in diesem Areal möglich. Viele informative und interessante Pläne, die für Kürenz völlig neue Perspektiven eröffnen sind angedacht und befinden sich in den planerischen Überlegungen. Ebenso ist die Entwicklung im Bereich der Riverisstraße, die schwerpunktmäßig von den Stadtwerken betrieben wird, in einer wichtigen Entscheidungsphase.

Ist ein Lichtschein am Ende des Tunnels in Sicht? Diese optimistische Einschätzung ist dann durchaus berechtigt, wenn die Festlegungen zum Verkehrsbereich im Flächennutzungsplan 2030 bewertet werden. Dort ist eindeutig ausgesagt, dass eine neue Trassenführung über den Grüneberg, verbunden mit dem Bau einer Bahnbrücke in Höhe der Dasbachstraße unverzichtbar ist, um die Verkehrsprobleme lösen zu können.

Geht damit ein "Alptraum" in Altkürenz zu Ende? Bis zur Realisierung ist es noch ein weiter Weg, aber es sind wichtige Weichenstellungen erfolgt, die eine Umsetzung ermöglichen. Diese Umsetzung darf nicht "auf die lange Bank geschoben" werden, wenn die Baugebiete, die im Bereich der Höhenstadtteile aktuell entwickelt werden, abgeschlossen sein werden. Zum Trier-Comic: Napoleon war in Trier. Er ritt mit seinem Pferd vom Petrisberg in die Stadt. Das Pferd hat sich am "Cornelius-Boar" in Kürenz, dass saubere Kürenzer ‚Waßer' schmecken lassen. Ein "Kürenzer" kredenzte dem Kaiser eine Porz Viez. Napoleon war begeistert und meinte, eigentlich müsste man auf Dauer in Kürenz bleiben. Er zog aber nach Russland. Das Ende ist bekannt. Wenn er in Kürenz geblieben wäre, wäre Kürenz neben Paris vermutlich der "Nabel" der Welt. So wird es wenigstens erzählt.