Die Schubkraft der Begegnung

Die 72. Auflage der Diözesanversammlung der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Diözesanverband Trier war spannend: Im Studienteil der Versammlung stand für die 80 Teilnehmer das Thema "Identität" obenan.

"Schon 100 Jahre und noch nicht mal grau. Es wird bunt", lautete das Motto der 72. Diözesanversammlung der DPSG Trier mit dem Ziel, "gemeinsam den Verband voranzubringen, gemachte Ansätze zu vertiefen, zu diskutieren und natürlich zu feiern". Wie "bunt" es werden kann, wenn Pfadfinder zusammenkommen - dafür war das Jahr 2007 der beste Beweis. Unter der Überschrift "Scouting 100" wurde am 1. August weltweit 100 Jahre Weltpfadfinderbewegung gefeiert. Die Pfadfinder wollen Begeisterung, Schwung und Elan aus dem Jubiläumsjahr auf dem Weg in die Zukunft "mitnehmen". Diskussionsgrundlage zum Thema Identität waren auf der Marienburg erste Erkenntnisse des Forschungsprojektes "Wege in die Zukunft" der Universität Trier unter Leitung von Dr. Jörgen Schulze-Krüdener. Seit März 2006 sind die Studierenden der Projektgruppe damit beschäftigt, Sichtweisen, Strukturen, Ressourcen und Biografien der DPSG-Akteure herauszuarbeiten. 60 Interviews wurden geführt, 200 Fragebögen ausgefüllt. Ist die Kluft noch zeitgemäß? Wo liegen Stärken und Schwächen der Stufen? Wie steht es um die Verbandsidentität? Deutlich wurde bei dem Projekt, dass die Arbeit der DPSG einen wichtigen Beitrag leistet zur Identitätsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen. "Ich glaube, dass die Pfadfinderei dazu beiträgt, dass die jungen Leute selbstbewusst werden können", lautet eine Kernaussage. Doch einige Antworten bergen auch Zündstoff. Etwa, wenn ein Stamm sagt: "Der Glaube hat bei uns wenig mit der Pfadfinderei zu tun." Werte und Glauben zu leben ist so etwas wie ehernes Pfadfindergesetz. Zum Ausklang wurde beschlossen, alle vier Jahre eine Großveranstaltung auf die Beine zu stellen. "Denn Gemeinschaftserlebnisse geben neuen Schub."