"Die Schule gefällt uns einfach gut"
TRIER. Ende einer jahrelangen Wartezeit: In Trier-Süd ist die neue Medard-Schule eingeweiht worden. Allgemeiner Tenor während des Festakts: "Es wächst zusammen, was zusammengehört."
Vom äußeren Eindruck darf sich der Betrachter nicht täuschen lassen. Hinter der 50er-Jahre-Fassade ist das einstige Lycée Ausone gegenüber der Matthias-Basilika umfassend saniert worden: Blaue und orangefarbene Töne beleben die Flure, flache, als Halbkreis geschnittene Lampen an den Wänden geben angenehmes Licht ab. Und zur Freude der Besucher der "neuen" Medardschule in Trier-Süd leuchtet die Herbstsonne in die Klassenzimmer hinein. An der Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen und Sprache werden seit den Sommerferien 182 Kinder und Jugendliche unterrichtet. 2001 hatte der Stadtrat beschlossen, die zwei bisherigen Sonderschulen Montessori und Deutschherren zusammenzulegen. Bei der Einweihungsfeier waren Vertreter anderer Schulen, der Stadt und des Landes anwesend. Schülergruppen begleiteten die Festreden mit künstlerischen Tanz- und Gesangsdarbietungen. Viel Applaus erhielt die Schülerin Vanessa Riedel für ihr Gesangssolo "Bitte glaub' an mich, das ist mein Weg". Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) nannte den als Ganztagsschule konzipierten Standort eine "notwendige Hülle für Unterricht, für Lernbegleitung, für Berufsvorbereitung, für Eingliederung in die Gesellschaft". Er hat als Pädagoge an der einstigen Montessori-Schule gearbeitet. Ein wunderschönes altes Gebäude sei das, nur entspreche es "in keiner Weise mehr den heutigen Ansprüchen". Andere Redner bemühten die Geschichte: "Nun wächst zusammen, was zusammengehört", sagten Triers Schuldezernent Ulrich Holkenbrink und Josef Leineweber vom Personalrat. Schuldirektor Rainer Graß informierte, die Gäste, dass sich die neue Medard-Schule inhaltlich auf zwei Unterrichtsschwerpunkte stütze: Arbeitsweltorientierung mit dem Verbinden von Theorie und Praxis sowie die Förderung des "sozialen Klimas", etwa mit Schülern in der Funktion von Streitschlichtern sowie einem Patenschaftssystem älterer Schüler für jüngere. Den Schülern müsse ein Platz in der Gesellschaft gesichert werden. 2,7 Millionen Euro hat der erste Abschnitt der mehrstufigen Renovierung gekostet, demnächst sollen die Turnhalle und der Schulhof saniert werden (der TV berichtete). Ein Ärgernis trat erst mit Beginn des Unterrichts auf: Mancherorts ist Flüstern angesagt. "Es gibt einen starken Nachhall in vielen Räumen", sagte Graß. Die Stadtvertreter versprachen kurzfristige Abhilfe. Abgesehen davon offenbart aber der Gang durch die Räume, dass hier das Lernen wohl Spaß machen kann, was die eingeladenen Schulkollegen bestätigten. Auch Schuldirektor Rainer Graß lobte seinen neuen Arbeitsplatz. Es sei für die Eltern der Schüler ein Vorteil, nunmehr alle Ansprechpartner der Schule an einem Ort zu finden. Gegenüber dem Festpublikum erklärten die Schülersprecherinnen Marion Franke und Daniela Pohl es so: "Die Schule gefällt uns einfach gut."