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Die Sonne ist der Wettermotor

Die Sonne ist der Wettermotor

Seit Urzeiten beschäftigen sich die Menschen mit dem Wetter. Auch Lucky wollte wissen, wie das Wetter überhaupt erfasst werden kann und hat deshalb die Wettermess-Station des Gaytal-Parks bei Körperich besucht.

Körperich. Kaum etwas ist so unberechenbar wie das Wetter. Und weil das so ist, hat sich auch der preußische Reichskanzler Otto von Bismarck 1883 gegen sogenannte "amtliche Wetterprophezeiungen" ausgesprochen. Bismarck hatte nämlich die Befürchtung, dass die Bevölkerung seine Regierung für das schlechte Wetter beziehungsweise für falsche Wettervorhersagen verantwortlich machen könnte. Schließlich bestand die Landbevölkerung früher größtenteils aus Landwirten, und gerade diese Menschen waren vom Wetter besonders abhängig. Und das sind sie auch heute noch. Nur haben sich die Möglichkeiten, mit denen sich das Wetter "vorhersagen" lässt, seit Bismarcks Zeiten deutlich verbessert.

Im Weltraum sind mittlerweile zahlreiche Satelliten, die das Wetter rund um den gesamten Globus beobachten und mit deren Hilfe Vorgänge in der Atmosphäre berechnet werden können. Hinzu kommen die Mess-Stationen auf der Erde, die über alle Kontinente verteilt sind. In Deutschland gehören die meisten dieser Mess-Stationen dem Deutschen Wetterdienst. Doch weil die Wetterwerte nun eben vor allem für die Landwirte wichtig sind, haben auch deren Verbände und Organisationen eine Vielzahl von Mess-Stationen. Eine davon steht im Gaytal-Park in Körperich. Und es ist schon erstaunlich, wie vielfältig das Wetter sich messen lässt.

Da wäre zunächst der Niederschlag - Regen, Schnee oder Hagel. Dieser wird in einem Behälter gesammelt, den ihr auf dem Bild im Vordergrund seht. Im Inneren dieses unscheinbaren Geräts ist eine ganz sensible Waage, mit der sich das angefallene Wasser genauestens erfassen lässt. Und mit dem Kreuz, das ihr auf dem Foto im Hintergrund steht, wird der Rest ermittelt: Der gerillte Zylinder ganz links auf der Querstange erfasst die Luftfeuchtigkeit. An der Stange, die daneben senkrecht nach unten hängt, wird die Temperatur gemessen - eine Art Fieberthermometer für draußen. Einmal oben in zwei Metern Höhe und dann unten, 20 Zentimeter über dem Boden.

"Für die Landwirtschaft ist es ganz wichtig, was sich am Boden abspielt", sagt Jens Bramenkamp, Geschäftsführer des Gaytal-Parks. Er erklärt mir auch, was es mit dem kleinen dunklen Teil in der Mitte der senkrechten Stange auf sich hat. Hier wird die "Blattbenetzung" ermittelt, die Menge an Wasser, die sich auf Blättern ansammelt. Ganz oben auf der Wetterstation ist ein kleines schwarzes Rad mit drei Löffeln. Damit wird die Windgeschwindigkeit gemessen. Je mehr Wind, desto schneller dreht sich das Rad. Dann wäre da dieses Teil ganz rechts auf der Stange, das aussieht wie ein Ufo. Das misst die Globalstrahlung, das heißt, wie stark die Sonne scheint. "Die Sonne ist nämlich der Motor des Wetters", sagt Jens Bramenkamp. An diesem Tag ist der Motor schwach, denn die Sonne lässt sich nur selten blicken.

Woher ich das weiß? Das habe ich im Internet nachgeschaut. Da nämlich werden alle Werte über Funk gesammelt, und dort könnt ihr auch nachschauen, wo sich in eurer Nähe die nächste Station befindet. Einfach auf www.wetter-rlp.de gehen und dann rechts unter "Stationsauswahl" eine Mess-Station in eurer Nähe suchen. Da seht ihr dann auch, wie das Wetter morgen wird - oder wie es zumindest morgen werden könnte.