Die Sprache der Nachbarn kennen

Die Sprache der Nachbarn kennen

TRIER/BICKENDORF. Wer sind Deine Nachbarn? 45 Schulen und Kindergärten beantworteten diese Frage. Sie reichten ihre Initiativen und Projekte, die sich mit der französischen Sprache und Kultur auseinander setzen, beim regionalen Sprachenwettbewerb "Concours Salut" ein, der zum zweiten Mal ausgelobt wurde. Vier Projekte wurden im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais ausgezeichnet.

"Wenn man nicht miteinander spricht, spricht man nur noch übereinander", sagte Gérard Foussier, Präsident des Bureau International de Liaison et de Documentation aus Paris, die seit der Gründung im Jahr 1945 älteste deutsch-französische Gesellschaft. Dass es für die Verständigung mit den französischsprachigen Nachbarländern und den Austausch zwischen den Kulturen in deutschen Bildungseinrichtungen in der Grenzregion viel Interesse gibt, zeigten Kinder und Jugendliche in ihren Beiträgen, mit denen sie sich beim Wettbewerb "Concours Salut" beworben hatten. Sprachkompetenz vermitteln

Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb nach dem Erfolg im vergangenen Jahr zum zweiten Mal von der Service- und Anlaufstelle Französisch in der Region Trier (Salut), die beim Euro Info Centre Trier angesiedelt ist. Initiativen und Projekte in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen, in denen Sprachkompetenz vermittelt wird, sollen damit gefördert werden. Neben der Rede von Gérard Foussier gab es bei der von TV-Redakteur Dieter Lintz moderierten Preisverleihung einen "table ronde", bei der Experten über die Bedeutung des Französischen in der Region und entsprechende Angebote diskutierten. In der Kategorie Kindergärten gewann die Kindertagesstätte St. Martin in Bickendorf. Mit Hilfe der Puppe "l'escargot", der kleinen Schnecke, vermittelt Erzieherin Gabryela Djurdjevic dort spielerisch Kenntnisse der französischen Sprache und Kultur und versucht, Ängste und Vorurteile gegenüber dem Fremden vorzubeugen. "Der Wettbewerbsbeitrag besticht durch seine Dynamik und Lebensfreude", heißt es im Jury-Urteil. Die dritte Klasse der Grundschule Trierweiler führte bei der Preisverleihung das Märchen "Le Petit Chaperon Rouge" - Rotkäppchen - auf. Im Unterricht lernen die Kinder, altersgerecht aufbereitet mit Malbüchern und Piktogrammen, vieles darüber, wer die Nachbarn hinter der Landesgrenze sind und wie sie leben, getreu dem Motto des Wettbewerbs "Qui sont des voisins?". Bei den weiterführenden Schulen überzeugte die Klasse 10 a des Friedrich-Spee-Gymnasiums Trier. Sie erstellten ein Hörspiel mit dem Titel "À la recherche de Manon", das eine Liebesgeschichte zwischen einer Französin und einem deutschen Jungen thematisiert, die gegen die Vorurteile ihrer Eltern kämpfen. Eine moderne, interkulturelle Romeo-und-Julia-Version. Das Thema spreche die Lebensumwelt der Schüler direkt an. "Technisch und sprachlich bewegt sich die Arbeit auf sehr hohen Niveau", lautete die Bewertung der Jury.

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