Die Stolpersteine müssen warten
Aach · Ob im April wirklich zwei Stolpersteine zur Erinnerung an zwei Aacher Bürger aufgestellt werden, ist nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats offen. Erst einmal soll darüber gesprochen werden, wie am sinnvollsten erinnert werden kann.
Aach. Mit dem Erinnern ist das so eine Sache. Ursprünglich sollte der Ortsgemeinderat Aach in seiner Sitzung darüber entscheiden, ob mit zwei sogenannten Stolpersteinen an Menschen erinnert wird, die in Konzentrationslagern umgekommen sind (der TV berichtete). Doch so einfach geht das dann wohl doch nicht. Denn es gibt Fragen, die bisher nur teilweise beantwortet werden können. Die Befürchtung eines Ratsmitglieds, dass Kosten für die Gemeinde durch die in den Bürgersteig eingelassenen Tafeln entstehen, konnte Ortsbürgermieter Ralf Kierspel zwar zerstreuen.
Hausbesitzer einverstanden?
Die jeweils 120 Euro pro Plakette sollen Spender übernehmen. Ungeklärt bleibt hingegen, ob die Hausbesitzer mit der Verlegung der Steine vor dem eigenen Anwesen einverstanden sind. Denn die Stolpersteine liegen normalerweise dort, wo die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt freiwillig gewohnt haben. Und ein Ratsmitglied merkte an, dass insgesamt wohl acht bis neun jüdische Familien in Aach gewohnt hätten. Zwei Stolpersteine seien da zu wenig.
Zu einer tiefer gehenden Aufarbeitung der Zeit durch einen Arbeitskreis hat den Aachern sowohl Matthias Schmitz vom Dekanat Schweich-Welschbillig als auch Professor Waldemar Vogelgesang von der Universität Trier geraten. Der Soziologe schlug vor, im Rahmen der Folgeprojekte zur Studie "Leben in Aach" auch dieses Thema anzugehen. Diese Folgeprojekte machte der Rat durch seine Zusage möglich, 1500 Euro zur Finanzierung der weiteren Arbeit beizusteuern. Bei der Abstimmung zu diesem Tagesordnungspunkt gab es viele Enthaltungen aus Reihen der Ratsmitglieder.
4500 Euro übernimmt eine Kreisstiftung. Die vor einigen Tagen vorgestellte Studie zur Lebenssituation in der Gemeinde war unter anderem vom Dekanat finanziert worden.
Neben der Erforschung der Ereignisse zwischen 1933 und 1945 haben der Professor und sein Team weitere Vorhaben. Sie wollen unter anderem den Jugendraum wiederbeleben und eine Ehrenamtsbörse initiieren. Im Gespräch mit dem TV sagte Professor Vogelgesang, dass es Ziel sei, zeitnah Ergebnisse zu präsentieren. har