Die Tim Mälzers von morgen

Unter dem strengen Blick einer Jury haben die besten Nachwuchsköche aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland in Trier gegeneinander gekocht. Lena Schmitz vom Gasthaus Herrig in Meckel belegte den zweiten Platz.

Wird Zweite: Lena Schmitz vom Gasthaus Herrig in Meckel. Foto: (e_bit )

Trier/MECKEL Überall zischt und dampft es in der Schulküche der Berufsbildenden Schule für Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege in Trier. Sieben Auszubildende im letzten Lehrjahr kochen im Landesentscheid, dem zweiten von drei Runden, um in das Finale des renommierten Rudolf-Achenbach-Preises einzuziehen. Diesen bundesweiten Wettbewerb der Nachwuchsköche gewann der heute vor allem als Fernsehkoch bekannte Tim Mälzer 1994 als 23-Jähriger. Das beweist: Wer hier sein Können zeigt, kann es weit bringen. Doch die Anforderungen an die Teilnehmer sind hoch.
"In diesem Wettbewerb trennt sich die Spreu vom Weizen", sagt der Leiter der dreiköpfigen Fachjury, Christian Türnich, nicht ohne Stolz über den Bundesjugendwettbewerb für junge Köchinnen und Köche. Bereits seit 1975 wird der Preis zur Nachwuchsförderung an Auszubildende im letzten Lehrjahr vergeben. Georg Wallig, der dieses Jahr als Jugendwart des Trierer Köche-Verbands den Landesentscheid organisiert, hebt hervor: "Es ist das Sprungbrett für Koch-Azubis."
Bevor ein Kandidat sich jedoch beste Nachwuchsköchin oder bester Nachwuchskoch Deutschlands nennen kann, muss er sich in drei Runden mit steigender Schwierigkeit beweisen: angefangen bei 155 lokalen Vorentscheiden über neun Landesentscheide bis zum Finale, das 2017 am 12. und 13. Mai in Frankfurt stattfinden wird. Zu den strengen Regeln gehört, dass jeweils nur die Siegerin oder der Sieger die nächste Runde erreicht.
Die Aufgaben, die die sieben Jungköche über einen ganzen Tag meistern müssen, haben es in sich. "Der Landesentscheid bewegt sich sicherlich auf einem hohen Niveau", erklärt Türnich, "alle hier haben sich bereits in einer Vorausscheidung durchsetzen können. Der Wettbewerbstag beginnt mit dem Prüfen des Fachwissens der Lehrlinge. Hier punktet, wer die Theorie beherrscht. Nachdem die Fragen der ehrenamtlichen Sachverständigen beantwortet und unter anderem Produkte richtig erkannt worden sind, werden für den Praxisteil auch schon die weißen Kochschürzen geschnürt. Nun kommen die Lehrlinge richtig ins Schwitzen. Das Vier-Gang-Menü, das sie zubereiten sollen und dessen Details sie erst jetzt erfahren, verlangt viel Fantasie: Nur eine Pflichtkomponente pro Gang ist vorgegeben. Die restlichen Zutaten für das Gericht können sie frei aus einem Warenkorb wählen. Aber Vorsicht, warnt an dieser Stelle Wallig: "Die Schwierigkeit ist, dass die Hauptkomponenten im Mittelpunkt des Gerichts stehen müssen. Wenn also beim Hauptgericht der Wolfsbarsch in einer Suppe versenkt wird, also vordergründig nicht zu sehen ist, gibt das Punktabzug."
Die Kochtalente feilen konzentriert am perfekten Menü. Derweil füllen sich langsam die Bewertungsbögen der Juroren, die in der Schulküche ständig zwischen den Jungköchen hin und her wandern. Dabei haben die Sachverständigen unter anderem den Umgang der Lehrlinge mit dem Rohstoff im Auge. "Es fällt negativ auf, wenn zu viel abgeschnitten und weggeworfen wird", sagt Türnich. Zudem muss das Zeitmanagement der Koch-Azubis stimmen, um hier zu gewinnen. Schließlich warten auch Juroren nicht gerne auf ihr Essen.
Am Ende des langen Tages, das Vier-Gang-Menü ist bereits serviert worden, steht letztlich fest: Christin Hoock, die im Favorite Parkhotel in Mainz lernt, wird zum Bundesentscheid des Rudolf-Achenbach-Preises nach Frankfurt fahren. Nach einem Marathon aus Wissenstest und Praxisteil setzt sie sich gegen sechs Konkurrenten durch. Auf den Plätzen zwei und drei folgen zwei talentierte Jungköche aus der Region Trier: Lena Schmitz vom Gasthaus Herrig in Meckel und Johannes Kratz vom Nells Park Hotel in Trier.

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