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Die Trierer Grünen machen Wahlkampf mit einem Film zum Moselaufstieg (Video)

Die Trierer Grünen machen Wahlkampf mit einem Film zum Moselaufstieg (Video)

Die Grünen machen mobil gegen den Moselaufstieg: Sie laden Bürger zu einem Vortragsabend ein und zeigen einen eigens produzierten Kurzfilm. Der handelt von toten Kröten, Abgasen und Karl Marx.

"Moselaufstieg? Nein danke!" Mit diesem Credo möchten Bündnis 90/Die Grünen den Widerstand gegen das seit Jahrzehnten diskutierte Verkehrsgroßprojekt neu entfachen. Die geplante Straßentrasse soll von der B 51/B 418 bei Konz über eine neue Moselbrücke hinauf zur A 64 führen.

Rund 100 Besucher folgten der Einladung zur Premiere des dreiminütigen Films "Moselaufstieg? Nein danke!" im voll besetzten Bürgerhaus Igel.

Filmemacher Markus Zender ist zwar kein Parteimitglied, steht der ökologischen Bewegung nach eigener Aussage aber nahe. Sein auf Internetformate zugeschnittener Trickfilm setzt auf Emotionen und führt drastisch die befürchteten Folgen des großen Straßenbaus vor Augen.

Wie ein gefräßiges Monster gräbt sich da ein gigantischer Bagger durch den Wald. Unter immer schneller rollenden Autos werden von Kröte bis Igel immer mehr Tierarten zerquetscht. Und die Abgase verdichten sich zu einer solchen Smog-Glocke, dass selbst Karl Marx zur Gasmaske greift.

Die von Befürwortern versprochenen Effekte auf den Verkehrsfluss sieht man hingegen beim Moselaufstieg nicht. Bestenfalls würden Probleme verlagert, die Staus an anderer Stelle produziert. An der negativen Bilanz der Kosten-Nutzen-Rechnung habe sich seit dem vorigen Planungsverfahren in den 1990er Jahren nichts geändert. Wohl aber bei den Bestimmungen zum Umweltschutz, weshalb die Landesvorsitzende der Grünen, Jutta Paulus, "gute Chancen" sieht, das Projekt zu verhindern.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Direktkandidatin Corinna Rüffer verknüpfte den Schulterschluss mit der örtlichen Bürgerinitiative (BI) "Nein zum Moselaufstieg" mit einem entsprechenden Aufruf für die anstehende Wahl. Denn aus ihrer Sicht hat das regionale Vorhaben sehr viel mit Bundespolitik zu tun. Das habe die Entwicklung der vergangenen Jahre gezeigt. Als die neue rot-grüne Landesregierung den Moselaufstieg 2011 nicht für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet habe, hätten alle gedacht, das Problem sei vom Tisch.

"Wie stark die Beharrungskräfte sind, zeigt, dass er dann doch in den vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswege aufgenommen wurde - um das Land herum", mahnte Rüffer. Möglich geworden sei dies durch "Mauschelei" des Trierer CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster mit dem "wahrscheinlich schlechtesten Bundesverkehrsminister, den unser Land je hatte". Und dabei sei mit unfairen Mitteln gekämpft worden, ist Richard May, langjähriger Vorsitzender der BI "Nein zum Moselaufstieg", überzeugt. "Man hat behauptet, es sei für das Vorhaben schon ein Plan festgestellt worden. Aber den hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz längst für nichtig erklärt", erinnerte er an eine erfolgreiche Klage seiner Gruppe.

Sowohl die Bürgerinitiative als auch die Grünen befürchten, das Verkehrsprojekt könnte nun trotzdem mit Rückenwind aus dem Bund durchgeboxt werden. May warnt: "Viele denken, der Moselaufstieg kommt doch sowieso nicht. Aber der Wille dazu ist da und zurzeit auch das Geld."

Bündnis 90/Die Grünen verzichten auf eine öffentliche Kundgebung mit einem Spitzenpolitiker der Bundespartei. Daher war der Infoabend in Igel die zentrale Wahlkampfveranstaltung für die Stadt Trier und den Kreis Trier-Saarburg.