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Die Trierer Hochschulen nutzen den Kiosk am Hauptmarkt neu.

Hauptmarkt-Kiosk : „Triers kleinster Hörsaal“ auf dem Hauptmarkt eröffnet

Seit Beginn des Jahres steht das kleine Kioskgebäude auf dem Hauptmarkt leer. Während die Stadt einen neuen Pächter sucht, sind Universität und Hochschule dort eingezogen - mit einem vielfältigen Programm.

Der Kiosk auf dem Trierer Hauptmarkt gehört im Grunde schon zum Stadtbild wie der Dom und die Porta Nigra. Wer ist dort nicht schon stehen geblieben und hat sich die Postkarten oder die bedruckten Stoffbeutel angeschaut? Umso mehr Aufmerksamkeit erregte es, als der bisherige Pächter seinen Vertrag zum Ende des vergangenen Jahres kündigte.

Seit Freitag steht vor dem kleinen Gebäude wieder ein Postkartenständer. „Kostenlos, aber nicht umsonst“, steht darüber. Und das soll auch für das Programm gelten, das hier in den kommenden drei Monaten geboten wird. Denn für die Zeit, in der die Stadt einen neuen Pächter sucht, haben die Universität und die Hochschule Trier die Fläche im Herzen der Innenstadt übernommen und daraus „Triers kleinsten Hörsaal“ gemacht.

„Kleine Vorlesungen“ werden hier stattfinden, „in Häppchen so aufbereitet, dass sie kurzweilig sind“, erklärt Dorit Schumann, die Präsidentin der Hochschule.

Welches Programm gibt es in „Triers kleinstem Hörsaal“ auf dem Hauptmarkt?

Die Trierer Hochschulen nutzen den Kiosk am Hauptmarkt neu.
Foto: nod

Das Programm ist dabei so vielfältig wie die Forschung der Hochschulen selbst. Alleine im April, der unter dem Zeichen von Gestaltung und Kreativität stehen soll, werden etwa Papyrologen, Sinologen, Psychologen und Designer vorstellen, womit sie sich den lieben langen Tag beschäftigen: Wie lernt man am besten? Welche Weltbilder herrschen in China? Das sind nur zwei der Fragestellungen, denen sich Forscherinnen und Forscher widmen werden. „Das wird dann jeweils in einem kurzen Vortrag vorgestellt. Aber häufig werden auch Exemplare mitgebracht – also irgendetwas zum Anfassen“, erklärt Schumann.

Fast täglich soll man an dem ehemaligen Kiosk etwas Neues lernen können. Der Mai wird dann unter dem Motto „Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt“ stehen, der Juni unter „Digitalisierung und Technik“. Jeder soll in diesem „Hörsaal“ willkommen sein. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler, Touristen, die Stadtbevölkerung, Unternehmen, die Politik und Organisationen anlocken“, sagt die Hochschulpräsidentin.

Ein Projekt von Universität und Hochschule Trier

Gerade einmal drei Monate sind von der Idee zum Start des Projekts vergangen. Universitätspräsident Michael Jäckel erinnert sich an das Gespräch mit dem zuständigen Kulturdezernenten Markus Nöhl: „Da kam plötzlich der Gedanke auf: ‚Haben Sie schon gehört, dass der Kiosk auf dem Hauptmarkt momentan verwaist ist?‘“

Der Hauptmarkt mit seinen geschichtsträchtigen Gebäuden in allen Himmelsrichtungen sei der perfekte Standort für die so traditionsreiche Trierer Universität und die Hochschule, die beide eigentlich weit außerhalb der Innenstadt angesiedelt sind. „Wir kommen von unseren Hügeln gelegen und treffen uns hier auf dem Hauptmarkt in den nächsten Monaten“, sagt Dorit Schumann.