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Die Trierer Nachtschwärmer werden jubeln, denn eine Legende kommt wieder. Jacek Baczynski will den in der Paulinstraße berühmt gewordenen Treff 39 neu eröffnen.

Szene : Rückkehr eines Trierer Kultclubs: Der Treff 39 startet neu

Die Trierer Nachtschwärmer werden jubeln, denn eine Legende kommt wieder. Jacek Baczynski will den in der Paulinstraße berühmt gewordenen Treff 39 neu eröffnen.

Wer nach einer wilden Trierer Partynacht in den frühen Morgenstunden partout noch nicht nach Hause wanken wollte, landete mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann im Treff 39 – denn er war noch geöffnet, wenn alle anderen Clubs schon Feierabend gemacht hatten. Der von außen unscheinbare Laden, dessen Name einfach von seiner Hausnummer in der Paulinstraße abgeleitet war, begann seinen Weg in der Trierer Clubszene als Tipp für homosexuelle Partygänger. Doch schnell merkten auch Heterogäste, dass nette Menschen und gute Stimmung ein grundsätzliches Markenzeichen des Ladens sind. Der Treff 39 wurde zum Kult, in dessen Mittelpunkt seine zwei Macher standen: Pächter Manfred Clauss und der gebürtige Pole Jacek Baczynski.

Die Trauer war deshalb groß, als der Treff schließen musste. Der Flachbau wurde abgerissen, an seiner Stelle steht heute ein modernes mehrstöckiges Wohnhaus. Die Stammgäste standen in der Schlussphase Schlange, um noch einmal mit Manni und Jacek einen Jägermeister zu trinken. Doch dann war Schluss, der Treff 39 war Geschichte. Das soll sich ändern, und zwar an Silvester.

Denn Jacek Baczynski ist wieder da, und er will den Treff 39 neu eröffnen. Sogar unter dem alten Namen, ergänzt durch einen kleinen Zusatz: „Treff 39 bei Jacek“ heißt der neue Club, der sich in der Saarstraße 87 in Trier-Süd befindet. Die Eröffnungsfete beginnt am Silvesterabend um 20 Uhr, die dafür zur Verfügung stehenden 30 Plätze hat Jacek über Facebook vergeben. Ab 1 Uhr will er diese geschlossene Gesellschaft aufheben und seine Türen für alle öffnen.

Eine vorsichtige Prognose: Der Andrang wird enorm. Die Reaktionen alter Fans des Treffs 39 und langjähriger Weggefährten auf Facebook zeigen deutlich, dass die Trierer Partyszene Jacek nicht vergessen hat und sich gewaltig über sein neues Projekt freut.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden die  großen Zeiten des alten Treffs 39 an diesem Abend wieder aufleben. Baczynski ist nicht nur ein Teil dieser Geschichte – er selbst ist die Geschichte. Als Manfred Clauss ihn als Hilfskraft einstellte, sprach und verstand der Pole kaum die deutsche Sprache. Doch mit enormer Energie und großem Einsatz wurde aus der Hilfskraft im Lauf der Zeit ein Kultwirt. Zusammen mit Manni Clauss führte Jacek den Treff 39 durch viele Höhen und auch Tiefen, denn nicht immer war die direkte Nachbarschaft in der Paulinstraße froh über durchs Viertel hallende Bässe am frühen Sonntagmorgen. In den letzten Jahren des Clubs sorgte eine Sicherheitskraft vor der Tür dafür, dass die Gäste sich nach dem Verlassen des Clubs nicht danebenbenehmen. Dennoch war der Abschied herzlich, und das Wiedersehen wird es auch sein.