Die Uni Trier kann sich auf ihre Freunde verlassen

Bildung und Forschung : Die Trierer Uni kann sich auf ihre Freunde verlassen

Der Freundeskreis der Universität Trier feiert den 50. Geburtstag mit einer hochkarätigen Veranstaltungsreihe und nennt neue Ziele.

Keine andere Stadt in Rheinland-Pfalz ist so jung wie Trier. Das rekordverdächtig niedrige  Durchschnittsalter der Bevölkerung von 40,33 Jahren ist eine der positiven Folgen der Neugründung der Universität vor 49 Jahren. Denn vor allem junge Studierende, Wissenschaftler und Start-up-Unternehmer polieren die Bevölkerungsstatistik auf. Noch ein Jahr älter als die wichtigste Bildungs- und Forschungseinrichtung der Region ist der „Freundeskreis der Universität“. Seinen 50. Geburtstag feiert der Verein mit einer attraktiven Veranstaltungsreihe (siehe Info). Prominentester Gast und Referent ist Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert.

Ob vor mehr als fünf Jahrzehnten der damalige Kulturdezernent und Bürgermeister Emil Zenz geahnt hat, welche wichtige Rolle der maßgeblich von ihm unter dem Namen „Vereinigung zur Förderung der Wiedererrichtung der Trierer Universität“ initiierte Verein auch 2019 noch für die Hochschule spielen würde? Prominente Wirtschaftsgrößen wie Josef Schnuch (TKDZ Wellen), Theobald Simon (Bitburger Brauerei) und nach dessen Tod Michael Dietzsch erkannten damals die Zeichen der Zeit und die Chance für die Region.

„Wir sind kein Papiertiger“, betont der aktuelle Vorsitzende Helmut Schröer. Seit 2007 leitet der langjährige Oberbürgermeister von Trier die Geschicke des Vereins, der derzeit 400 Mitglieder zählt und unter anderem seit 1981 jährlich Förderpreise an besonders vielversprechende junge Nachwuchskräfte vergibt. Für insgesamt 343 Stifter-Preise sind bislang 567 000 Euro ausgeschüttet worden. „Wir geben in jedem Jahr weit über 50 000 Euro für die Universität aus“, macht Helmut Schröer deutlich. „Wir sind in der Lage, Hilfe zu leisten.“

Der Vorstand des Freundeskreises (von links): Geschäftsführer Jürgen Grabbe,Universitätspräsident Michael Jäckel (beratendes Vorstandsmitglied), Schriftführerin Katharina Brodauf, Vorsitzender Helmut Schröer und Schatzmeister Peter Späth. Foto: Sheila Dolman

Wie sehr die Universität die Stadt Trier verändert hat, weiß der Ankermann und Werbeträger des Freundeskreises aus seiner langen kommunalpolitischen Erfahrung. Nur auf die Stadt zu schauen, sei aber nicht richtig. „Die Uni muss Teil der Region sein. Das zu unterstützen ist uns ebenso wichtig wie die Förderung der Studierenden.“ Er verweist auf den entsprechenden Passus in der Vereinssatzung und den 2013 neu eingerichteten Förderschwerpunkt. Der unterstützt jährlich Projekte mit bis zu 10 000 Euro, die zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Region Trier besonders beitragen.

Seinen aktuellen Namen hatte der Verein übrigens 1972 angenommen, als die Doppeluniversität Trier/Kaiserslautern noch drei gemeinsame Jahre vor sich hatte. 1975 wurde die Trierer Hochschule eigenständig, mit dem Schwerpunkt Geisteswissenschaften. In jenem Jahr ist auch die Entscheidung gefallen, die heutige Campus-Universität auf dem Tarforster Plateau zu errichten.

Wie hilfreich die Unterstützung des Freundeskreises ist, betont Universitätspräsident Michael Jäckel: „Der Verein ist ein unkomplizierter und aufmerksamer Begleiter der Geschicke unserer Universität. Er unterstützt uns bei der Umsetzung vieler Initiativen in Lehre und Forschung, fördert unseren wissenschaftlichen Nachwuchs und ist ein zentrales Bindeglied zur Stadt und in die Region.“ Studienreisen, Exkursionen, internationale Konferenzen und Lerntage gehören ebenso zu den geförderten Projekten wie Ausstellungen, Theatervorführungen oder Konzerte.

Das Jubiläumsjahr mit einem Festkonzert zu beginnen, passt auch deshalb gut. „Wir werden der Universität ein Geschenk machen“, freut sich Freundeskreis-Vorsitzender Helmut Schröer.

Der agile 76-Jährige kennt aber auch die Herausforderungen für die Zukunft. Vor dem Hintergrund stagnierender Studierendenzahlen, dem noch unklaren Hochschulzukunftsprogramm des Landes, weiterer Baumaßnahmen und der Diskussion über eine Europäische Universität werde sich der Verein einem neuen Feld widmen: „Es ist wichtig, die Universität auch international sichtbarer zu machen.“ Voraussetzung dafür sei allerdings eine finanzielle solide Basis.

Helmut Schröer hofft auf mehr Unterstützung von den Unternehmen der Region: „Wir leben von Spenden. Trier ist durch die Universität eine andere Stadt geworden. Diese Bekenntnis wird zwar überall bestätigt. Aber die Unterstützung, zum Beispiel über den Freundeskreis, könnte noch gesteigert werden.“

Kontakt: Freundeskreis Trierer Universität e.V.; freundeskreis@uni-trier.de www.freundeskreis.uni-trier.de; Telefon 0651/201-4251

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