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Die vergessenen Kinder seelisch kranker Eltern

Die vergessenen Kinder seelisch kranker Eltern

Im Tagungszentrum der IHK hat die 17. Gesundheitsförderungskonferenz stattgefunden. Thema diesmal: "Psychisch kranke Eltern - was bedeutet das für deren Kinder?" Das Haus der Gesundheit hat Vorträge von vier Experten präsentiert, die das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet haben, um so den Interessierten Hilfestellungen anzubieten.

Trier-Nord. "Die vergessenen Kinder" - so nennen der Veranstalter der 17. Gesundheitsförderungskonferenz, das Haus der Gesundheit, die Kinder von psychisch kranken Eltern. Gemeint sind drogenabhängige, alkoholabhängige oder auch depressive Kinder. Sie haben damit die am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen in Deutschland.

"Traurigtage" nennt Sozialarbeiterin Gabriele Apel die depressiven Phasen der Eltern kindgerecht. Referentin Apel arbeitet für den Verein Auryn in Trier. Der Verein arbeitet mit Kindern aus betroffenen Familien und bietet Kinobesuche, Rollenspiele, Reittherapien und das Aufstellen eines Notfallplans. "Die Kinder sollen lernen, dass die Krankheit der Eltern nicht ihre Schuld ist und sie trotzdem geliebt werden", sagt Apel.

"Wir beschäftigen uns mit einer Gruppe in der Gesellschaft, die nicht grade im Vordergrund steht", berichtet Professor Bernd Krönig, Vorsitzender des Hauses der Gesundheit. "Die Kinder versuchen, das Leiden der Eltern zu kompensieren, obwohl sie in dem Alter noch selbst viel Zuwendung brauchen. Die Kompensation kann nicht gelingen und die Kinder werden mit der Situation nicht fertig. Oft reagieren sie daher aggressiv und haben einen enormen Leidensdruck", berichtet Krönig vom Problem der "vergessenen Kinder".

Zum Thema Jugendhilfe referierten Pädagoge Erhard Zimmer vom Margaretenstift in Saarbrücken. Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Almut Müller aus Saarburg beschäftigte sich mit der Frage, wie die Krankheit der Eltern auf die Kinder wirkt, und Pädagogin Marlies Hommelsen vom Bundesverband der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie aus Bonn zeigte die Probleme der betroffenen Kinder auf. Laut Veranstalter besuchten etwa 170 Gäste die Konferenz.

Multiplikatoren knüpfen Kontakte



"Leiden die Kinder ein Leben lang?", fragt eine Zuhörerin bei der Schlussdiskussion. "Es gibt keine Studien dazu, aber aus Erfahrung kann ich sagen: Unsere Arbeit lohnt sich", meint Pädagoge Erhard Zimmer.

Ziel der Tagung sei es unter anderem gewesen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. "Multiplikatoren" nennt Krönig diejenigen, die bei einer solchen Veranstaltung zusammenkommen.