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Die Vermarktung soll's bringen

Die Vermarktung soll's bringen

TRIER. (DiL) Mit einem Jahres-Etat von rund 1,2 Millionen Euro soll die neue Großraumhalle betrieben werden. Die Betreibergesellschaft Castel Trier GmbH, der auch die Stadt angehört, setzt auf Sparsamkeit bei den Ausgaben und Vorsicht bei der Einnahmenkalkulation.

"Möglichst wenig festes Personal", mit diesem Rezept will Wolfgang Esser, einst Erfolgstrainer bei den Trierer Basketballern und nun Geschäftsführer der GmbH, die Kosten niedrig halten. Mit sieben Stellen sollen Verwaltung und Technik auskommen, wenig für ein solches Mammut-Projekt. Stattdessen will man auf externen Sachverstand zurückgreifen: Ingo Popp, Trierer Konzertveranstalter, soll die Veranstaltungen organisieren, Uwe Kollmann, Spezialist für Bühnenbau, kümmert sich um Licht und Ton. Ruheständler Horst Lachmund, Ex- TV -Redakteur, hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit. Das spart Kosten, bringt aber noch kein Geld in die Kasse. 70 bis 80 Veranstaltungen pro Jahr sollen die Halle füllen, die Hälfte davon aus dem Sportbereich, die andere Hälfte teilen sich Konzerte, Ausstellungen und Events. Die Kalkulation kann im Prinzip nur aufgehen, wenn die Basketballer erstklassig bleiben und die Miezen ihre Spiele in die Großraumhalle verlegen. Vor allem letzteres könnte sich als Problem erweisen, sind doch die Handballerinnen dem Sponsor Karlsberg verpflichtet, während sich in der Halle Bitburger die exklusiven Schankrechte gesichert hat - für gutes Geld, wie man hört. "Das muss lösbar sein", beschwört OB Schröer die Kompromissfähigkeit der Beteiligten im Bierkrieg. "Wenn so etwas auf Schalke funktioniert, müssten wir das in Trier doch auch geregelt kriegen." Geregelt kriegen muss Wolfgang Esser auch das Konzertprogramm, geht doch sein Businessplan mittelfristig von jährlich 10 Großveranstaltungen mit 44 000 Besuchern aus. "Wir wollen im Konzert der Großen mitspielen", umreißt Sportdezernent Georg Bernarding das ehrgeizige Ziel. Aber das Angebot soll nicht anderswo kopiert, sondern "auf den Trierer Markt zugeschnitten werden". Die Einnahmen aus den Konzerten wird man brauchen, denn bei den einheimischen Erstligisten werden sich keine großen Erträge erwirtschaften lassen. Zudem hat sich die Stadt 25 mietfreie Veranstaltungstage reservieren lassen, die wie die Breitensport-Nutzung pauschal abgegolten werden. Und auch die erhofften zwei Fernsehproduktionen pro Jahr bringen zwar "jede Menge Umsatz in die Stadt, aber keine großen Mieteinnahmen", prognostiziert Esser. So steht und fällt die Kalkulation mit den Werbeeinnahmen, die durch Vermarktung von Banden, Videowänden und Logen 320 000 Euro einbringen sollen. Darunter fällt allerdings auch die Vergabe des Hallen-Namens - und da suchen Stadt und GmbH, allen optimistischen Prognosen zum Trotz, bislang vergebens nach einem Geldgeber. So bleibt der Hallenbetrieb eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Insider prognostizieren der Castel GmbH, der neben der Stadt (25,1 Prozent) noch das Bauunternehmen Goldbeck, die Consulting-Firma Dr. Binz und Gastronom Bernd Gritzmacher angehören, schwierige Zeiten. Georg Bernarding sieht‘s gelassen: Ganz ohne Risiko sei ein solches Projekt "eben nicht zu haben".