Die VHS-Theatergruppe „Spökes“ hat mit ihrem neuen Stück „Residenz Schloss und Riegel“ Premiere gefeiert.

Kultur : Wenn ein Gefängnis zum Altenheim wird

Die VHS-Theatergruppe „Spökes“ hat mit ihrem neuen Stück „Residenz Schloss und Riegel“ Premiere gefeiert. Darin finden sich zwei Rentner im Trierer Gefängnis wieder, das sie für ihre Seniorenresidenz halten. Die Gefangenen haben kein Interesse daran, das Missverständnis aufzuklären.

Das Licht geht aus. Die kleine Elly Huber (Elly Schubert) demonstriert vor der Justizvollzugsanstalt (JVA)  Trier für die Freilassung ihres Vaters Kalle (Norbert Schubert). Der möchte eigentlich in zwei Wochen seine Doro heiraten, doch stattdessen sitzt er unschuldig in der Gottbillstraße ein. Die Menschen dort machen seinen Aufenthalt nicht gerade erträglicher. Da sind die hochnäsige Wirtschaftskriminelle Marlene von Heinrichs (Beatrix Stempel) und die prollige Kleinkriminelle Jacqueline „Schakelin“ Schröter (Kristin Boettcher). Die Aufseherin Frau Kunz (Leandra Chytra), die die Gefangenen durch militärischen Drill zu disziplinieren versucht, und die junge Gefängnisdirektorin Dr. Reschke (Louisa Breyer), der ihre beruflichen und privaten Probleme über den Kopf wachsen. Wegen eines Modellversuches, in dem die Häftlinge Zivilkleidung tragen dürfen, macht ihr die Justizministerin Probleme. Zudem hatte sie ihrer Tante und deren Mann versprochen, ihnen einen Platz in einer Seniorenresidenz zu besorgen. Als Herrmann und Irmgard Krause in der JVA ankommen und sie für das versprochene Altersheim halten, wittert Jacqueline ihre Chance: Wenn sie die beiden in dem Glauben lassen und der Direktorin so zumindest dieses Problem vom Hals schaffen, könnten ihnen Hafterleichterungen winken und Kalle Schubert hätte für seine Hochzeit die Chance auf einen Hafturlaub.

So wird aus der JVA Trier heimlich die „Residenz Schloss und Riegel“, aus dem Bad-Girl das Bett-Girl Jacqueline und aus Häftling Kalle Huber ein arthrosegeplagter Mitbewohner des Seniorenheims.

Das Stück „Residenz Schloss und Riegel“ wurde von der Theaterautorin Winnie Abel geschrieben. Die Theatergruppe „Spökes“ der Volkshochschule hat es für ihre Zwecke leicht angepasst.

Neun Jahre leitet Leandra Chytra die Gruppe nun schon. Darin spielen bühnenerprobte, aber auch komplett unerfahrene Darsteller. Seit Oktober 2018 hat das Ensemble in dieser Zusammensetzung wöchentlich geprobt, zuvor hatten die Neulinge bereits ein Schauspieltraining absolviert.

Nervös ist Chytra mittlerweile nicht mehr, bei ihren Darstellern variiert die Aufregung allerdings stark mit dem Grad ihrer Bühnenerfahrung.

Dort – auf der Bühne – entspinnt sich die Verwechslungsgeschichte. Schon bald stellt sich die Frage, wer hier eigentlich wem etwas vorspielt, denn auch die Krauses sind nicht so naiv, wie es zunächst scheint.

Gut zwei Stunden lang begeistert das absurde Verwirrspiel die rund 70 Premierengäste. Leandra Chytra ist mehr als zufrieden mit dem, was ihr Ensemble in weniger als einem halben Jahr auf die Beine gestellt hat. Für ihre Darsteller ist sie nach der Vorstellung voll des Lobes: „Das ist eine tolle Truppe“.

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