Die wachsende Gefahr

2007 ist die Zahl der HIV-Infektionen in Trier gestiegen. Am 10. Trierer Aids-Tag im Gesundheitsamt haben Experten in drei Vorträgen über das Thema informiert. Die größte Betroffenengruppe sind nach wie vor homosexuelle Männer.

Trier. (rose) In Trier wurden im vergangenen Jahr insgesamt elf HIV-Neudiagnosen gestellt. Acht der Neuinfizierten sind homosexuelle Männer. "Diese Gruppe hat schon immer einen großen Teil der Neudiagnosen ausgemacht", erklärt Bernd Geller, Leiter des Präventionsteams der Trierer Aids-Hilfe in seinem Vortrag "HIV-Prävention für Männer, die Sex mit Männern haben". Der steigende Trend der HIV-Neudiagnosen ist ein deutschlandweites Problem. "Von 2756 Neuinfizierten im vergangenen Jahr waren etwa 60 Prozent homosexuelle Männer", sagt Dr. Barbara Detering-Hübner, Ärztin im Gesundheitsamt. Man müsse die Menschen besser über Schutzmaßnahmen informieren, so Detering-Hübner. Vor allem aber findet sie wichtig, dass mehr Menschen einen HIV-Test machen. Im Gesundheitsamt könne sich jeder kostenlos testen lassen.In einem weiteren Vortrag hat Dr. Ansgar Rieke von der Immunologischen Ambulanz Kemperhof Koblenz über die Fortschritte der HIV-Therapie gesprochen. Über die Gefahren von Resistenzen bei HIV-Viren hat Dr. Bernhard Thiele vom Institut für Immunologie und Genetik in Kaiserslautern in seinem Vortrag informiert. "Resistent wird ein Virus, wenn die Medikamente nicht regelmäßig und ordnungsgemäß eingenommen werden", erklärt Detering-Hübner.Neben homosexuellen Männern ist eine HIV-Infektion auch für Frauen ein hohes Risiko. HIV gehöre für viele Frauen zu den normalen Risiken ungeschützter Sexualität. Mit der neuen Broschüre "Liebe, Sexualität, Gesundheit" will die Trierer Aids-Hilfe vor allem auf die Infektionsrisiken sexuell übertragbarer Krankheiten für Frauen aufmerksam machen.