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Die Waldpänz haben eine Heimat

Die Waldpänz haben eine Heimat

Der Zirkuswagen steht, die Baugenehmigung für die Holzhütte ist erteilt: Nach zwei Monaten ohne feste Bleibe hat der Waldkindergarten nun seinen Standort auf dem Schotterplatz neben dem Waldstadion bezogen. Wenn die Hütte im Herbst bezugsfertig ist, soll der Ganztagstagsbetrieb aufgenommen werden.

Trier. Mit den Tieren sind sie dick befreundet, und die Tierpfleger kennen die sieben Kinder des Waldkindergartens im Trierer Weißhauswald auch schon. "Jeder Tag fängt bei uns am Tiergehege an", erzählt Ingo Langner, Vorsitzender des Vereins Waldpänz, der die Kita betreibt. "Die Kinder gehen jeden Morgen zu den Hähnen und Ziegen und machen dort auch Musik." Nach und nach werden weitere Kinder eingewöhnt. 18 Plätze wird die Kita insgesamt bieten, die vier für Zweijährige seien schon belegt. "Wir hätten gerne noch einige Vier- und Fünfjährige", sagt Langner, um eine gute Mischung in der Gruppe zu erreichen.
Befristete Betriebserlaubnis


Als die Kita am 1. Juli an den Start ging, hatte sie keinen festen Standort. Geplant war ein Platz am Sportjugendheim in der Nähe des Hochseilgartens (der TV berichtete). Doch Anfang Juni hatte das Forstamt Bedenken erhoben, weil Zirkuswagen und Schutzhütte dort nicht den erforderlichen Abstand zu den Bäumen gehabt hätten. Die Waldkita erhielt zwar die Betriebserlaubnis des Landesjugendamts, allerdings nur halbtags von 9 bis 13 Uhr und befristet bis 31. Oktober.
"Das war für uns eine Katastrophe", sagt Initiatorin und Leiterin Katja Siebert-Schmitt. "Viele Eltern haben Interesse an unserem Konzept. Aber eine Halbtagsbetreuung und die Unsicherheit sind für sie ein no go." Nicht umsonst böten fast alle Kindergärten heute Ganztagsbetreuung an.
Inzwischen steht der Zirkuswagen, der als Umkleide und Materiallager genutzt wird, auf dem Schotterplatz neben dem Waldstadion - der neuen Heimat der Waldpänz. Nun müsse der Wagen noch eine Treppe und eine Umrandung erhalten. Das seien Auflagen, die die Unfallkasse gestellt habe. "Wir haben den Sicherheitsaspekt von Anfang an sehr ernst genommen", betont Langner. Der Pachtvertrag mit dem Postsportverein sei zwar noch nicht unterschrieben, "aber wir sind uns einig", sagt der 35-Jährige. Es gebe eine gute Kooperation.
Ganz frisch ist die Baugenehmigung für die Holzhütte. "Jetzt kann es losgehen", freut sich Langner, der die 37 Quadratmeter große Hütte in Auftrag gegeben hat. In vier bis acht Wochen soll sie auf dem Gelände des Postsportvereins aufgebaut sein. Denn damit die befristete Betriebserlaubnis erhalten bleibt, müsse die Hütte bis zum Winter errichtet sein. "Für eine gewisse Übergangszeit würde das Landesjugendamt dies mittragen."
Das Flachdachgebäude wird einen Schutz- und Ruheraum mit Teeküche sowie Toiletten enthalten und mit einem Ofen beheizt. "Innen wird es wie ein normales Kitazimmer aussehen", sagt Langner, "mit Tischen und Stühlen zum Spielen und Malen." Wenn die Hütte steht, wird der Ganztagsbetrieb von 8 bis 16 Uhr laufen. "Das ist ein wichtiges Signal für die Eltern." Nach rund drei Jahren Vorbereitungszeit und zahlreichen Rückschlägen ist sich Langner sicher: "Wir haben es geschafft!"
Extra

Den Bauwagen hat der Verein Waldpänz vor zwei Jahren angeschafft. Doch die Stadt hat für den Ganztagesbetrieb des Waldkindergartens eine Holzhütte verlangt. Die Kosten belaufen sich auf etwa 223 000 Euro. Im März hat der Stadtrat dem Investitionskostenplan zugestimmt: 200 700 Euro trägt das Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2013-2014" von Bund und Land, das neue Kitaplätze in Höhe von 90 Prozent bezuschusst; 22 300 Euro gewährt die Stadt als Zuschuss. Im November 2012 hat der Stadtrat die Aufnahme der Waldkita in den Kindertagesstättenbedarfsplan 2013 beschlossen. Die 2,75 Stellen teilen sich fünf Erzieher. Falls ein Förderkind die integrative Kita besucht, würde der Personalschlüssel um eine Viertelstelle aufgestockt. mehi