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Die Waldpänz sind auf dem Vormarsch

Die Waldpänz sind auf dem Vormarsch

Holz, Blätter, Erde und Pfützen bilden den Spielplatz, ein Bauwagen die Unterkunft. Den ganzen Tag sollen die Kinder draußen toben, spielen, malen oder einfach nur Pflanzen und Tiere beobachten. Nun hat sich ein Verein gegründet, der in Trier einen Waldkindergarten auf den Weg bringen möchte.

Trier. Krawatschelschie (Eichhörnchen) oder Bubella (Schmetterling). Namensvorschläge - besonders die moselfränkischen waren beliebt - für die Elterninitiative habe es viele gegeben an deren Gründungstag im Trierer Mehrgenerationenhaus. Zum Schluss habe sich die siebenköpfige Gruppe auf Waldpänz geeinigt. "Die Kinder müssen aussprechen können, wie ihr Kindergarten heißt", argumentiert Katja Siebert-Schmitt, Initiatorin und erste Vorsitzende des Vereins. "Wir wollen bis Frühjahr 2012 einen Waldkindergarten mit Ganztagesangebot im Stadtbereich in Betrieb nehmen", sagt die Erzieherin. Dort werden die Kinder bei Wind und Wetter während des gesamten Jahres draußen sein, sagt 33-Jährige, die die pädagogische Leitung übernehmen will. Anders als bei Gruppen, die nur zeitweise in den Wald gingen, wären die Waldpänz nicht an einen bestehenden Kindergarten angegliedert. Träger der Kita wird der Palais e.V.; er stellt auch das Personal ein.
"Wir sind nicht nur an einem Platz, sondern suchen unterschiedliche Plätze zu verschiedenen Themen auf wie etwa das Leben im Wasser", erzählt Siebert-Schmitt. Bei extremer Witterung soll ein Zirkuswagen für Schutz sorgen. Eingerichtet wird er wie ein Kindergarten mit Eingang, Aufenthalts-, Ruhebereich und einem Ofen zum Heizen. Zudem will der Verein eine Waldfühlgruppe für Eltern mit Kleinkindern anbieten. Ihre Motivation seien ihre eigenen drei Söhne. "Der Dreijährige hält sich sehr gerne in der freien Natur auf. Er ist dann ausgeglichener", weiß seine Mutter. Dies sei in einem klassischen Kindergarten kaum machbar.
Der Wunschort ist bereits gefunden: im Weißhauswald. Der Verein wird das Gelände vom Forstamt anmieten. Dort gibt es Parkplätze, eine Busverbindung sowie eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge, ferner das Haus des Waldes und den Waldlehrpfad. Um den Wagen herum werde ein Spielplatz eingerichtet, mit "Geräten", die in der Natur vorkommen wie Kletterbäume oder Seilschaukeln, erklärt Siebert-Schmitt. "Das Gelände wird vorher auf seine Sicherheit geprüft."
Beitragsfreiheit ist angestrebt


Eine weitere Hürde ist bereits genommen: die Versorgung mit warmem Essen. "Wir haben mit dem Studierendenwerk (SWT) gesprochen." Es wäre bereit, das Essen für die Kinder in der Mensa der Fachhochschule auszugeben. Auch der Antrag auf Aufnahme in den Bedarfsplan der Stadt sei gestellt. "Wenn wir aufgenommen werden, erhalten wir Fördermittel vom Land", sagt Siebert-Schmitt, damit würde der Waldkindergarten beitragsfrei. Zudem muss ein Bauantrag gestellt werden - der fest installierte Zirkuswagen gilt als Gebäude.
Und nicht zuletzt muss die Betriebserlaubnis beim Land gestellt werden. Wenn die Genehmigung vorliegt, kann es losgehen. "Wir wollen mit einer Gruppe von 15 bis 20 Kindern ab etwa zweieinhalb Jahren anfangen. Wenn sich weiterer stadtteilbezogener Bedarf ergibt, könnte ich mir auch Gruppen an anderen Orten vorstellen."
Informationen sind erhältlich bei Katja Siebert-Schmitt unter info@siebert-schmitt.de
Der Waldkindergarten der Elterninitiative Waldpänz wäre der erste in der Stadt Trier. In Rheinland-Pfalz gibt es rund 35 Waldkindergärten. Zudem gibt es Waldgruppen in regulären Kindergärten. Unterstützung und Beratung erhalten die Träger vom Landesverband der Wald- und Naturkindergärten Rheinland-Pfalz. Zudem organisiert er Weiterbildungen und erarbeitet eigene pädagogische Standards. mehi