Die Zukunft im Weinberg

KASEL. Die Erzeugerkosten im Weinbau zu senken und gleichzeitig etwas Sinnvolles für den Hochwasserschutz des Ortes zu tun sind das Ziel von über vier Monaten dauernden Bauarbeiten. Rund 580 000 Euro werden investiert.

"Um den Weinbau kostengünstiger zu machen und ihn auf Dauer zu erhalten, gilt es künftig beim Bewirtschaften unter anderem Zeit zu ersparen," sagt Sachbereichsleiter Kurt Bierbrauer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel. In Kasel wird seit vier Wochen gebaut, um dieses Ziel zu erreichen. Schon früher hatten Winzer dazu Mauern entfernt, um mit ihren selbstfahrenden Maschinen arbeiten zu können. Zusätzliche Hilfskräfte waren dadurch entbehrlich. Jetzt entsteht in den Kaseler Lagen Nieschen und Hitzlay eine Alternative. Die Mauern bleiben erhalten, zusätzlich werden Drahtschotterkästen, sogenannte "Vorgewände" darauf platziert und mit Erde angehäuft. In Kasel kommt man damit auf eine Höhe von 3,8 Metern, auf der dann mit einer noch zu schaffenden Auf- und Abfahrt mit den Arbeitsraupen gefahren werden kann. Von diesem so geebneten Weg kann der Weinberg in einer Direktbearbeitung von einer Weinbergszeile in die nächste bewirtschaftet werden. Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Ewald: "Die Arbeiten auf dem 35 Hektar großen Gelände werden selbstverständlich in Absprache mit den Eigentümern durchgeführt." Für die Ausführung zeichnet Dragan Ciganovic vom "Verband der Teilnehmergemeinschaften" in Bernkastel verantwortlich. Er ist mit eigenen Maschinen und Arbeitern angerückt, setzt die Schiefer-Drahtschotterkörbe, verteilt die Erde und richtet die Wege her. 18 Winzerbetriebe und Weingüter haben sich zu dieser Maßnahme entschlossen, die in etwa drei Monaten abgeschlossen sein soll.Neuer Wirtschaftsweg in Eitelsbach entsteht

In das Vorhaben ist ein neu zu erarbeitender Wirtschaftsweg in Eitelsbach eingeschlossen. Der Leiter des DLR, Reinhard Lichtenthal: "Auf der Krone der neuen Mauer, sie wird mit einem Geländer absturzsicher gemacht, später könnten sogar Mandel- oder Pfirsichbäumchen gepflanzt werden." Die Wege in den Weinbergen sollen "umgeschultert" werden, sagt Kurt Bierbrauer. Damit wird das Regenwasser nicht auf direktem Weg ins Dorf geleitet, sondern es kann zunächst sowohl in dem auf der Mauer aufgeschütteten Erdwall als auch in den angrenzenden Weinbergen versickern. Die Rückhaltung im Weinberg werde der zentralen Ableitung, wie sie vor Jahren geschaffen wurde, vorgezogen. Mit kleineren Maßnahmen wird so der Wasserlauf in das Dorf verzögert. Reinhard Lichtenthal lobt das Engagement des Ortsbürgermeisters: "Was er hier in die Wege geleitet hat, ist vorbildlich. Ähnliches könnte in den Nachbarorten ebenfalls zu Verbesserungen führen." Die Kosten in Kasel tragen zu 90 Prozent die Europäische Union, der Bund und das Land. Die restlichen zehn Prozent teilen sich die Eigentümer der Weinberge. Die 30 000 Quadratmeter große Brachfläche oberhalb des Ortes in Richtung B 52 ist als Ausgleichs-Flächenkonto ausgewiesen. Inzwischen mehrfach von der Gemeinde gemulcht, soll die Wiese im kommenden Jahr mit bis zu 80 Bäumen bepflanzt werden. Lichtenthal: "In Zusammenarbeit mit einem Öko- und Schulprojekt der VG Schweich sollen 300 Mutterschafe die Wiese regelmäßig abweiden."

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