Die zwei Leben einer Künstlerin

Die zwei Leben einer Künstlerin

Eine 19-jährige Triererin zeichnet unter dem Künstlernamen Kou-Sato ein Manga-Buch. Außerdem ist sie Cosplayerin, das heißt, sie verkleidet sich im Stil japanischer Comics. Die begabte Zeichnerin trennt strikt ihre Passion von ihrem Beruf.

Trier. Seit sie neun Jahre alt ist, zeichnet sie leidenschaftlich gerne. Zunächst mit Bleistift, inzwischen arbeitet sie mit Grafik-Tablett und Pen am Computer. Ihre Leidenschaft gilt Comics in japanischem Stil - Manga genannt (siehe Extra). "Six plus 1 days" heißt Kou-Satos Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern.
"Neben dem Zeichnen habe ich auch immer schon gern Geschichten geschrieben, Manga vereint beides", erklärt die 19-Jährige ihre Leidenschaft am Zeichnen, das sich Kou-Sato selbst beigebracht hat. Einen Kurs hat sie nie besucht, und ihre Kenntnisse erweitert sie, indem sie sich die Manga-Zeichnungen ihrer japanischen Vorbilder genau anschaut.
"Die Schattensetzung ist noch mein Schwachpunkt. Bei Animes im Fernsehen achte ich auf solche Dinge und versuche, es für meinen Zeichenstil umzusetzen." Kou-Sato erklärt, warum das Zeichnen am Computer vieles einfacher macht: "Während man auf dem Papier oft durch Radieren alles verwischt, bietet das Grafik-Tablett viele Möglichkeiten der Korrektur und der Farbgebung."
Trotzdem braucht man viel Zeit für dieses Hobby, und die 19-Jährige gibt zu, dass das Zeichnen nicht immer leichtfällt. "Manchmal kriege ich stundenlang keinen Strich zustande, ein anderes Mal bekomme ich in derselben Zeit ein ganzes Bild hin", sagt Kou-Sato, die jede freie Minute ihrer Kunst widmet.
An ihrem Arbeitsplatz weiß kaum jemand von ihrer Passion, Kunst und Beruf trennt die angehende Rechtsanwaltsfachangestellte strikt voneinander. Aus diesem Grund gibt sie ihren richtigen Namen nicht bekannt, Kou-Sato heißt sie als Künstlerin - und unter diesem ist sie auch bei Facebook (Kou-Sato - no pain, no gain) unterwegs, wo sie sich mit Gleichgesinnten austauscht.
Dabei spielt auch ihr zweites Hobby eine Rolle: Cosplay - eine in Trier noch recht exotische Bewegung. Auf Veranstaltungen wie dem Japantag in Düsseldorf oder der Frankfurter Buchmesse finden sich Cosplay-Fans aus ganz Deutschland, die sich dort in ihren selbst geschneiderten Kostümen präsentieren. Kou-Sato verrät ihren größten Traum: ein Manga zeichnen, das als Anime verfilmt wird.
Doch auf Träume verlässt sie sich nicht, und so muss das Zeichnen zunächst ein Hobby bleiben: Ihr Beruf steht absolut im Vordergrund. kapExtra

Manga ist der japanische Begriff für Comics. Außerhalb von Japan bezeichnet er im fachwissenschaftlichen Sinne ausschließlich aus Japan stammende Comics, anderweitig wird er aber auch zur Bezeichnung von nichtjapanischen Comics mit Manga-Stilelementen verwendet. Die als typisch angesehenen Stilelemente finden sich auch in japanischen Animationen, den Anime, wieder. Cosplay steht für "costume play", was so viel bedeutet wie verkleiden und posieren als fiktive Figur. Es ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Anime-Boom auch in die USA und nach Europa kam. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer einen Charakter - aus Manga, Anime, Computerspiel oder Film - durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Quelle: Wikipedia

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