Die zweite Trierer Sektgala vor dem Kurfürstlichen Palais bietet ein Ambiente, das man sonst in Trier nicht so leicht findet.

Feiern und genießen : Feine Tropfen und mondäne Stimmung bei der Sektgala in Trier

Die zweite Trierer Sektgala vor dem Kurfürstlichen Palais bietet ein Ambiente, das man sonst in Trier nicht so leicht findet.

Die Palmenblätter wiegen sich kaum im Wind neben den weißen Pagodenzelten. Es sind sehr sonnige 25 Grad. Am Freitag war es noch grau und regnerisch, doch an diesem Samstagabend ist das Wetter perfekt bei der zweiten Trierer Sektgala. Ebenso die Wahl des Platzes.

Die Stimmung ist mondän vor dem Kurfürstlichen Palais. Zwischen den weißen Rokoko-Statuen stehen die gut gekleideten Gäste mit Sektgläsern in den Händen. Es gibt kein Treiben hier, die Atmosphäre ist ruhig, die Menschen unterhalten sich entspannt, die Livemusik von der Bühne ist nicht aufdringlich. Am Montag, dem letzten Abend des Events, treten noch um 17 Uhr Tintagel Heads (Rock- & Partyband) und um 19.30 Uhr Nadine Woog (Jazz) auf.

13 der bekanntesten Sektgüter aus Trier und der Region  präsentieren sich hier. Christina Krames, Geschäftsführerin bei Saar-Mosel-Winzersekt aus Trier-Süd, schenkt gerade einen 1999er Mosel Weißburgunder Sekt brut ein.

Er ist 15 Jahre lang auf der Hefe in der Flasche gelagert und hat sehr wenig Fruchtsäure und Zucker, was ihn sehr verträglich macht. Er ist nicht so spritzig, sondern etwas gediegener im Aroma. „Es ist ein Sekt für Liebhaber mit einem speziellen Hefeton, wie man ihn auch bei alten Champagnern finden kann. Wir sind ganz froh, dass das Wetter so gut ist und dass so viele Menschen da sind. Das wird heute noch spät werden.“

Auch die Crémants vom  Weingut Bamberg aus Oberbillig überzeugen. Etwa der Spätburgunder Rosé brut, der 18 Monate auf der Feinhefe gereift ist. Das Haus zeichnet sich unter anderem durch streng auf Qualität reduzierten Rebschnitt aus.

„Da wir dem Crémant viel Zeit geben, lange auf der Hefe reifen zu lassen, ermöglichen wir eine besonders feine Perlage und eine ausbalanicerte, fruchtige Hefenote“, sagt Seniorchef Otto Bamberg.

Auch Kellermeister Marcus Böhm von der Moselland EG Winzergenossenschaft aus Bernkastel-Kues ist von der Gala überzeugt. „Wir möchten wieder mehr an solchen Events teilnehmen.“

Wer nicht nur Sekt trinken möchte, kann sich auch ein Craftbier am Stand des Blesius-Gartens nehmen. Triers Gourmetköche Peter Schmalen von der Schlemmereule und Wolfgang Becker vom Weinhaus Beckers in Trier-Olewig zaubern kulinarische Köstlichkeiten.

Organisator Eric Naunheim hat die Gala mit seinen Partnern Günther Grünewald und Ulli Krugmann vor einem Jahr wieder aufleben lassen. Bis zum Jahr 2003 gab es eine Sektgala in kleinerem Umfang vor der Porta Nigra. „Wir setzen da an, wo eine Lücke war. Mein Ziel ist es, die Sektgala als festes Event zu etablieren“, sagt Naunheim. „Aber es soll nicht überlaufen sein“, sagt Krugmann.

Letztes Jahr kamen rund 7500 Gäste an vier Tagen. Dieses Jahr erwartet Krugmann etwas mehr. Der Eintritt beträgt vier Euro, zu dem man ein vom Trierer Cartoonisten Johannes Kolz entworfenes Sektglas erhält. Für jedes zurückgegebene Glas geht eine Spende an die Nestwärme Trier.

Petra Hoffmann aus Bitburg gefällt es hier: „Die Atmosphäre ist wunderschön. Wir werden immer wieder kommen.“ Auch Herbert und Rosi aus Trier finden, dass „es nicht schöner sein könnte“. Gereon und seine beiden Freunde sind zum ersten Mal hier, „aber wir kommen wieder!“

Vielleicht schon an diesem Montag, dem letzten Abend der Sektgala 2019.

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