Ehrung: Diese Polizisten haben Leben gerettet

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Polizeipräsident Rudolf Berg hat 21 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte geehrt, die Menschen gerettet haben. Zum Teil brachten sie sich dabei selbst in große Gefahr.

Menschen zu retten, ist ihr Job. Doch einige Polizisten gehen bei ihren Einsätzen so weit, dass sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Für dieses Engagement wurden sie jetzt im Polizeipräsidium ausgezeichnet.„Es ist wichtig, ihre Leistungen anzuerkennen und nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen, als wäre das alles selbstverständlich“, begrüßte Polizeipräsident Rudolf Berg seine Mitarbeiter aus dem Gebiet des Polizeipräsidiums Trier. Er lobte die Beamten für ihr verantwortungsbewusstes, mutiges Handeln und sprach ihnen Anerkennung aus.

Folgende Beamte wurden geehrt:

Polizeioberkommissar Hansgeorg Kiemes und Polizeioberkommissar Wolfgang Klar (PI Wittlich):

Am 15. November waren sie bei einem Einsatz in Wittlich. Ein Zeuge hatte berichtete, sein Bekannter habe sich seit mehreren Tagen nicht mehr gemeldet. Der Mann machte sich große Sorgen um den Gesundheitszustand seines Bekannten. Die Beamten fuhren zur Wohnung des Mannes, klingelten und klopften an der Wohnungstür. Doch geöffnet wurde sie nicht. Stattdessen hörten sie Geräusche, die den Verdacht bestätigten, dass sich der Mann in einer hilflosen Lage befand. Als sie die Tür öffneten, lag der Mann auf dem Boden, offenbar schon seit mehreren Tagen. Die Beamten informierten die Rettungsleitstelle und kümmerten sich bis zum Eintreffen des Notarztes um den Mann.

Polizeikommissar Christopher Jutz und Polizeikommissarin Nina Arnoldy (PI Bitburg) sowie Polizeikommissarin Maike Riemann, Polizeioberkommissar Thomas Clemens, Polizeioberkommissar Holger Effertz und Polizeihauptkommissar Thorsten Igelmund (PI Prüm):

Am 23. November waren sie gegen 21.30 Uhr bei einem Einsatz auf der A 60. Dort drohte ein Mann von der Prümtalbrücke zu springen. Der stand jenseits des Brückengeländers, auf einem nur wenige Zentimeter breiten Absatz, beim Eintreffen der Einsatzkräfte. Gemeinsam sperrten diese die Autobahn und verständigten den Rettungsdienst. Mit einer geschickten, zwei Stunden andauernden, intensiven Gesprächsführung gelang es den Beamten, den jungen Mann davon zu überzeugen, nicht zu springen.

Polizeikommissar Johannes Bales und Polizeikommissar Alexander Mittler (PI Bitburg):

Am 5. Januar waren die Beamten während eines Fahndungseinsatzes in der Eifel unterwegs. Dort suchten sie nach einem Mann, der seinen Suizid angekündigt hatte. Gegen 23 Uhr fanden sie sein Fahrzeug auf einem Feldweg. Der Mann lag im Fahrzeug, der Motor lief. Offenbar hatte er die Auspuffgase ins Fahrzeuginnere geleitet. Obwohl das Auto bereits voller Abgase war, drangen die Beamten in das Auto ein, um den bereits benommenen Insassen zu retten. Anschließend kümmerten sie sich um ihn, bis die Rettungskräfte eintrafen.

Polizeihauptkommissar Mario Wilbert und Polizeihauptkommissar Jörg Knauf (PI Bitburg):

Am 9. Januar waren die Beamten an einem Einsatz zur Suche einer vermissten Person beteiligt. Sie konnten den 86-jährigen Mann schließlich nach mehreren Stunden stark unterkühlt in einem abgelegenen Bereich auf einer stillgelegten Bahntrasse finden. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte begannen sie mit der Erstversorgung und kümmerten sich besonders einfühlsam um den Mann. Der 86-Jährige wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Drei Wochen später starb er.

Polizeihauptkommissar Christian Bamler, Polizeikommissar Florian Brande und Polizeikommissar Dominik Heisler (PI Trier) sowie Polizeioberkommissar Thomas Hillen (PI Prüm):

Am 20. März waren die Beamten gegen 23 Uhr bei einem Einsatz in Konz. Dort stellen sie fest, dass aus einem Haus in der Karthäuser Straße starker Rauch quoll. Sie informierten Rettungsdienst und Feuerwehr und begaben sich sofort in das zum Teil stark verqualmte Haus, um mehrere Bewohner aus dem Haus zu retten, während die Bewohner der angrenzenden Häuser gewarnt wurden. Bei diesem Einsatz zogen sich die Beamten eine Rauchgasvergiftung zu. Polizeihauptkommissar Bamler musste darüber hinaus im Krankenhaus behandelt werden.

Polizeikommissar Jonas Hedderich, Polizeikommissarin Sabrina Thieltges (PI Idar-Oberstein) und Polizeikommissaranwärterin Chiara Martini (Hochschule der Polizei):

Am 21. April waren Beamte an einem Einsatz in einem Haus in Idar-Oberstein beteiligt. Im Treppenhaus fanden sie einen leblosen Mann, der sich offenbar an einer Glasscheibe schwer verletzt hatte und zu verbluten drohte. Gemeinsam leiteten sie Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, stoppten die Blutung und alarmierten den Rettungsdienst. Der 25-jährige Somalier hatte sich eine Pulsader verletzt und sehr viel Blut verloren. Durch den schnellen und professionellen Einsatz konnte der Mann gerettet werden.

Polizeihauptkommissar Michael Eiserloh und Polizeikommissar Felix Beucher (PI Zell):

Am 20. Mai waren die Beamten auf einer Streifenfahrt in Zell unterwegs. Plötzlich hielt das vor ihnen fahrende Auto an, die Fahrerin rief laut um Hilfe. Der Beifahrer war offenbar kollabiert und röchelte. Sofort alarmierten sie den Notarzt und begannen gemeinsam mit Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Der 67-jährige Mann konnte reanimiert und in eine Klinik gebracht werden.

Für Menschen, die sich in einer ausweglosen Lage wähnen oder sogar erwägen, sich das Leben zu nehmen, gibt es spezielle Hilfsangebote, etwa bei der Telefonseelsorge. Die Telefonnummern lauten: 0800/1110111 oder 0800/1110222. Auch Gespräche im eigenen Umfeld können helfen.