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Digitalisierungsprojekt darf weiterlaufen

Digitalisierungsprojekt darf weiterlaufen

Ein ehrgeiziges Projekt der Uni und der Stadtbibliothek Trier geht weiter: Rund 500 mittelalterliche Handschriften der ehemals großen Klosterbibliothek der Abtei St. Matthias sollen digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht werden.

Trier. Mittelalterliche Handschriften für immer zu konservieren, das ist das Ziel des Digitalisierungsprojekts der Stadtbibliothek Trier (der TV berichtete). Nun wurde das Projekt von unabhängigen Wissenschaftlern anonym überprüft, für gut befunden und für eine weitere Laufzeit von 18 Monaten genehmigt. Dabei geht es vor allem um Schriften, die früher zur Klosterbibliothek der Abtei St. Mathias gehörten. Sie werden zurzeit mit Hilfe von Scannern eingelesen und sind dann im Internet einzusehen.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Unterfangen arbeitet mit vier hochsensiblen Geräten. Ihr technisches Niveau ist das beste, das momentan weltweit zur Verfügung steht. Jeder Scanner kostet bei seiner Anschaffung mehrere Zehntausend Euro.
Einer der wichtigsten Aspekte des Projekts: Die Schriften stehen im Anschluss an ihre Digitalisierung kostenlos im Internet zur Verfügung. "Die Sicherung der kulturellen Überlieferung unserer Stadt ist extrem wichtig", erklärt Michael Embach. Der Leiter der Stadtbibliothek Trier betreut das Projekt zusammen mit den Dozentinnen Claudine Moulin und Andrea Rapp.
Auch für die Uni Trier, die ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist und mehrere studentische Mitarbeiter stellt, soll es viele Vorteile geben: "Ich finde es sehr wichtig, dass es freien Zugang zu diesen wichtigen Materialien gibt. Das ist auch für die Forschung ein großer Schritt", sagt Rapp.
Die Studierenden stammen aus den verschiedensten Fachbereichen der Uni. Dazu zählen etwa die Archäologie, die Geschichte und die Germanistik. Thomas Marx ist einer von ihnen. Seine Beweggründe für das Projekt sind klar: "Mich fasziniert es, diese jahrhundertealten Schriften in der Hand zu halten. So etwas bekommt man sonst nie zu sehen."
Von den insgesamt 500 geplanten Werken stehen etwa 300 in der Stadtbibliothek Trier und noch einmal 120 im Priesterseminar. Der Rest wird in ganz Deutschland digitalisiert und nach Trier geschickt. Wenn alle Werke eingelesen sind, soll es zum Beispiel eine virtuelle Ausstellung geben. jasa