Kommentar : Dilemma in der Schuldenfalle

Die Stadt Trier befindet sich in einer prekären Situation, mehr denn je. Das hat der im November verabschiedete Nachtragshaushalt von 490 Millionen Euro gezeigt. Das zeigt sich auch im Entwurf für den Haushaltsplan 2021. Die Stadt Trier wird auf dem Weg aus der immer tiefer werdenden Schuldenfalle durch die Folgen der Corona-Krise nicht nur ausgebremst, sondern weit zurückgeworfen.

Wenn sich nichts Wesentliches an der Situation verändert, werden die Altschulden bald auf 1000 Millionen Euro wachsen. Der Schuldenschnitt durch Land und Bund ist kein Wunsch. Er muss kommen, um den Neuanfang nach der Corona-Krise zu ermöglichen.

Mehr als 130 Millionen Euro jährlicher Personalkosten sind ein dicker Batzen. Wesentlich reduzieren lässt der sich allerdings kaum, dazu gibt es aus den vergangenen Jahrzehnten zu viele Verpflichtungen, Tarifverträge und Aufgaben, die andernfalls extern vergeben werden müssten. Das aber wäre in vielen Fällen ähnlich teuer und würde nur selten  zu Qualitätssteigerungen führen. Zu solchen Ausnahmen gehört das Zusammenspiel mit den Stadtwerken.

Zusätzliches Personal bei der Gebäudewirtschaft und im Baubereich ist sinnvoll, angesichts der großen Projekte, die dort anstehen. Sinnvoll und wünschenswert wäre es allerdings auch, wenn sich die Stadt bei Ausschreibungen und Bezahlung so aufstellen könnte, dass sie im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um das beste Personal Schritt halten kann. Dann wäre jede Neubesetzung tatsächlich ein Gewinn.

r.neubert@volksfreund.de