Diskussion um zweite Zufahrt nach Roscheid geht weiter

Verkehr : Neue Verbindung zwischen Trier und Konz?

Die Anbindung des Konzer Wohngebiets an die B 268 bei Trier-Feyen wird seit Mitte der 1990er Jahre immer wieder diskutiert. Allerdings gibt es immer noch keine zweite Straße auf den Hügel. Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber will aber erneut mit der Stadt Trier reden.

Die Roscheider Straße ist einer der umstrittensten Engpässe in der Stadt Konz. In dem Konzer Höhenstadtteil, der über die Jahre hinweg die 3300-Einwohner-Zahl geknackt hat, bleibt die Straße ein wichtiges Gesprächsthema. Es ist schließlich der einzige Weg vom Hügel in die Stadt Konz und zu den überregionalen Straßen. Sobald die Straße dicht ist, gibt es ein Problem. Es gibt keine offizielle Ausweichstrecke für Polizei, Rettungsdienste oder Feuerwehr. Ist die Straße gesperrt, führen nur noch Schleichwege nach Roscheid. Diesen Zustand haben die Bürger zuletzt bei der Entschärfung der Weltkriegsbombe kritisiert. Wegen der Evakuierung der Konzer Innenstadt musste die Roscheider Straße am 28. Oktober längere Zeit gesperrt werden, weil ein Teil der Straße in dem gefährdeten Bereich lag, der menschenleer sein musste, während der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit verrichtete (der TV berichtete).

Das Problem ist schon lange bekannt. Die Stadt Konz hat schon mehrfach probiert, die Stadt Trier zu überzeugen, dass eine Anbindung des Stadtteils an die B 268 (Pellinger Straße) sinnvoll wäre. Bisher hat sie dabei immer auf Granit gebissen. Die Trierer Stadtteile Feyen und Heiligkreuz wehren sich dagegen, weil sie ein noch größeres Verkehrsaufkommen befürchten. Auch die Trierer Verwaltung sieht keine Priorität. Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber will sich trotzdem weiter für die zusätzliche Anbindung einsetzen, wie er es vor seiner Wahl zum Bürgermeister versprochen hatte.

Auf TV-Anfrage, wie der Sachstand bei dem Thema sei, erklärt der Konzer Verwaltungssprecher Michael Naunheim, dass Weber Gespräche mit der Stadt Trier führe. Er betont, dass bereits beim Aufstellungsbeschluss vom 27. Februar 1996 für die Neubaugebiete Langenberg/Roscheid die Freihaltung eines Straßenkorridors für eine künftige Anbindung an die B 268 berücksichtigt worden sei.

„Seitdem wurden viele Gespräche geführt, aber so richtig weitergekommen ist man bisher nicht“, sagt Naunheim. Auf die Frage, wie konkret die Planungen seien, erklärt er: „Als Grundlage für konkrete Planungen sind die Gesprächsergebnisse erforderlich.“ Allerdings seien diese noch in einer frühen Phase. „Zu berücksichtigen ist auch, dass in Abhängigkeit der Gesprächsergebnisse auch die politischen Gremien auf beiden Seiten mitzunehmen sind“, betont Naunheim. Die Stadträte in Konz und Trier müssten den Planungen für eine mögliche Trasse zustimmen. Die Frage, wann Bürger damit rechnen können, dass etwas passiert, hänge ebenfalls von den Ergebnissen der Gespräche ab. „Daher können wir derzeit auch zu dieser Frage keine verbindlichen Aussagen treffen“, sagt der Verwaltungssprecher.

Auf Anfrage bei der Stadtverwaltung Trier verweist Pressesprecher Michael Schmitz auf „gutnachbarliche Gespräche“ am 8. Oktober und am 18. Dezember. Neue Erkenntnisse gibt es jedoch nicht: „Aus städtischer Sicht wird eine Zunahme des Verkehrs auf der Pellinger und damit auch in Feyen durch eine solche Trasse für den allgemeinen Verkehr befürchtet.“ Die Stadt Trier lehnt den Bau einer Trasse zur B 268 ab.  „Auch eine reine Bustrasse hat aus unserer Sicht keine großen Erfolgsaussichten“, führt Schmitz weiter aus. Die Stadt sei aber in Gesprächen mit dem VRT und dem Kreis bezüglich einer Busanbindung von Roscheid über die B51 nach Trier. „Dies erscheint die sinnvollere und praktikablere Lösung“, sagt Schmitz. Die Konzer hätten aber angekündigt, im Januar in ihren Gremien alternative Varianten zu präsentieren und diese dann später dem Baudezernat der Stadt Trier vorzulegen.

Während es beim Bau der zweiten Zufahrt kaum etwas neues gibt, ist der Verfall der bestehenden Straße offensichtlich. Das hat auch die Konzer Verwaltung erkannt. Naunheim erklärt die Hintergründe: „Die Roscheider Straße ist inzwischen 45 Jahre alt und sehr stark belastet.“  Sie sei jedoch noch verkehrssicher. Aber: „Früher oder später wird sich aber weiterer Sanierungsbedarf ergeben und damit eine Erneuerung der Straße in Teilabschnitten notwendig werden.“ Zurzeit steht das Projekt unter Punkt 65 im Investitionsprogramm der Stadt Konz für die Jahre 2019 bis 2022. 2020 soll demnach feststehen, wie teuer die Sanierung wird. Mit Blick auf die irgendwann folgenden Arbeiten wird die zweite Anbindung für Roscheid noch wichtiger.

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