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Trierer Dom: 1700 Jahre alt und Heimat bedeutender Reliquien

Kirche und Sehenswürdigkeit : Der Trierer Dom – Deutschlands älteste Bischofskirche beherbergt bedeutende Reliquien

Seit rund 1700 Jahren gibt es den Dom Sankt Peter in Trier. Nach Bränden und Kriegen, Um- und Anbauten bildet das Gebäude heute eine Synthese aus Baustilen von der Antike bis zur Gegenwart. Von Beginn an war und ist der Dom jedoch Bischofssitz.

Nur wenige Gebäude existieren seit 1700 Jahren in nahezu gleicher Form. Deutschlands älteste Kirche und gleichzeitig älteste Bischofskirche, der Trierer Dom Sankt Peter, gehört dazu. Er beherbergt herausragende Reliquien und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wann wurde der Trierer Dom gebaut?

Die Anfänge des Trierer Doms datieren auf das vierte Jahrhundert, als Trier als römische Stadt existierte. Kaiser Konstantin der Große gewährte ab dem Jahr 313 mit dem sogenannten Toleranzedikt den Christen Religionsfreiheit. Eine christliche Gemeinde gab es in Trier wohl bereits seit 270 nach Christus. Die ersten großen Kirchenbauten – auf dem Gelände des heutigen Doms – gab es beispielsweise in Form einer großen Basilika zwischen den Jahren 310 und 320.

Archäologische Reste davon sind heute in den Ausgrabungen unter der Dom-Information zu besichtigen. Zwischen 329 und 346 entstanden insgesamt vier Basiliken auf diesem Gebiet und bildeten eine zusammenhängende Kirchenanlage.

Der erste noch stehende Teil des heutige Doms entstand im Jahr 340 mit dem sogenannten Quadratbau. Dessen Außenmauern bilden heute den Kern des Trierer Doms. Bis heute erfolgten zahlreiche Erweiterungen, Umbauten und teilweise Neubauten nach Zerstörungen durch Brände und Kriege – zuletzt dem Zweiten Weltkrieg.

Wie entstand der Dom in Trier?

Von Beginn an ist der Trierer Dom eine Kathedrale, also ein Bischofssitz. Die ersten Bischöfe in Trier gab es bereits vor dem Toleranzedikt. Im Laufe der Zeit wurde der Dom immer weiter ausgebaut – zwischenzeitlich aber auch teilweise zerstört.

Dabei blieben immer wesentliche Teile der älteren Gebäude erhalten und sind im heutigen Gebäude weiterhin erkennbar. Architektur- und Kunstgeschichtsstudenten empfiehlt man etwa den Besuch des Domes, da man hier geballte 1700 Jahre Bau- und Kunstgeschichte entdecken könne.

Eine Rolle spielt auch die Mutter des Kaisers Konstantin des Großen, die später heiliggesprochene Helena. Der Legende nach soll sie bereits im vierten Jahrhundert die bedeutendste Reliquie des Doms, den „Heiligen Rock“, nach Trier gebracht haben. Öffentlich gezeigt wurde die Reliquie allerdings erstmals erst im Jahr 1512. Die Bedeutung als Wallfahrtsort sorgte aber seit dem Mittelalter für weitere Erweiterungsbauten.

Welche Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau hat der Trierer Dom?

Den Kern des heutigen Bauwerks bildet der sogenannte Quadratbau aus dem vierten Jahrhundert. Im Zuge der Völkerwanderung in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts wurde dieser aber in Teilen durch die einfallenden Franken zerstört. Es folgte ein Wiederaufbau des Quadratbaus und der nördlichen von ursprünglich vier Basiliken.

Im Jahr 882 folgte die nächste Zerstörung durch die ins Land einfallenden Normannen – die Wikinger. Auch daran anschließend erfolgte ein Wiederaufbau.

Erste größere Erweiterungen und Neugestaltungen gab es im zehnten Jahrhundert in der Regierungszeit des Bischoffs Egbert und seines Nachfolgers Poppo von Babenberg. In der Zeit entstand etwa die Westfassade sowie der Westchorraum.

Im 13. Jahrhundert folgten Erweiterungen im spätromanischen Stil. Auf den Resten der ursprünglichen Südkirche errichtete man die heutige Liebfrauenkirche, die über den ebenfalls in der Zeit erbauten Kreuzgang mit Sankt Peter verbunden ist und so Teil eines Gesamtbauwerks bildet.

Im 14. und später im 16. Jahrhundert erhöhte man auch die Türme – zum Teil deswegen, weil eine weitere Trierer Kirche, die Stadtkirche Sankt Gangolf, zwischenzeitlich den Dom mit ihrem Turm überragte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, der 1648 endete, gab es weitere Umbauten. Im Jahr 1717 brannte der Dachstuhl des Domes, der daraufhin in veränderter Form wieder errichtet wurde. Auch die heutige „Heiltumskapelle“ entstand in dieser Zeit im Stil des Barock.

Ab dem 19. Jahrhundert bemühte man sich, mit Restaurierungsarbeiten ein mittelalterliches Aussehen des Doms wiederherzustellen – die Hauben des Turms wechselten etwa vom Barock zum neugotischen Stil.

Schwere Zerstörungen richteten die Bombardements der Stadt Trier durch britische und amerikanische Bombergeschwader insbesondere am 19., 21. und 23. Dezember 1944 an. Es wurden weite Teile der Stadt zerstört. Auch amerikanische Artillerie richtete ab September 1944 einige Schäden an. Am Dom wurden etwa der Kreuzgang, das Dach und das Gewölbe der „Heiltumskapelle“ zerstört, bald aber provisorisch wiederaufgebaut.

Von 1960 bis 1974 gab es umfassende Umbauarbeiten, die zum Teil bereits auf Plänen aus dem Jahr 1944 beruhten – daher hatte man die Schäden nach dem Krieg auch nur vorläufig repariert. Mit den Arbeiten in den 60er- und 70er-Jahren gab es eine umfassende bauliche Sanierung sowie einen Umbau des Dominneren zu seiner heutigen Gestaltung.

Gehört die Liebfrauenkirche zum Dom in Trier?

Die Liebfrauenkirche entstand im 13. Jahrhundert auf den Resten einer der vier ursprünglichen Basiliken. Sie bildet mit dem Trierer Dom Sankt Peter eine Doppelkirchenanlage. Baulich sind Dom und Liebfrauenkirche über den Kreuzgang miteinander verbunden.

Gemeinsam bilden sie eine Anlage, sind aber zwei Kirchen, die auch als zwei Gemeinden fungieren. Die Liebfrauenkirche entstand „aus einem Stück“ als gotische Kirche mit einem gerundeten Grundriss als Ersatzbau für die ursprüngliche Südbasilika aus der Römerzeit, die nach tausend Jahren im 13. Jahrhundert baufällig war und abgerissen wurde.

Sie gilt gemeinsam mit der Elisabethkirche in Marburg als älteste gotische Kirche Deutschlands und wird gemeinsam mit dem Dom sowie mehreren römischen Baumwerken in der Umgebung Triers als UNESCO-Weltkulturerbe gezählt.

 Der Dom Sankt Peter und die Liebfrauenkirche sind miteinander verbunden.
Der Dom Sankt Peter und die Liebfrauenkirche sind miteinander verbunden. Foto: David Kunz

Warum gehört der Dom Trier zum UNESCO-Welterbe?

In der Liste des Weltkulturerbes der Weltkultur, -bildungs, und -wissenschafts Organisation UNESCO werden der Trierer Dom, die Liebfrauenkirche sowie mehrere römische Bauwerke als „Welterbe Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“ geführt.

Darunter zählen beispielsweise auch das antike Stadttor, die Porta Nigra, die Römerbrücke und mehrere Thermen. Als „zweites Rom“ oder „Rom des Nordens“ war das 16 vor Christus als Augusta Treverorum gegründete Trier in der Antike bekannt.

Die UNESCO beschreibt die Stadt in ihrem Eintrag insofern als einzigartig und erhaltenswert weil an keinem anderen Ort nördlich der Alpen so viele Bauwerke aus der Römerzeit überlebt haben. Der Dom und die Liebfrauenkirche gelten als Ensemble als Nachfolgebauten der ursprünglichen römischen Kirchenbauwerke. Dazu wird hervorgehoben, dass der Dom Elemente aus allen Epochen seit der Römerzeit vereint und dass die Liebfrauenkirche eines der reinsten und ältesten Beispiele gotischer Architektur ist.

Welche Reliquien und Grabmäler befinden sich im Trierer Dom?

Die bedeutendste Reliquie im Trierer Dom ist wohl der „Heilige Rock“. Der Legende nach besteht er im Kern aus der Kleidung Jesu, die ihm von den römischen Soldaten abgenommen worden war. Die heilige Helena, die Mutter Konstantins des Großen, soll die Reliquie im vierten Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Erstmals öffentlich gezeigt wurde das Gewand allerdings erst im 16. Jahrhundert. Erstmals erwähnt wurde es am 1. Mai 1196 bei seiner feierlichen Überführung in den neuen Altar des Ostchors.

Spätere Untersuchungen konnten keine genaue Datierung liefern. In unregelmäßigen Abständen wird die Reliquie öffentlich gezeigt und ist Gegenstand von Wallfahrten. Zuletzt war er im Jahr 2012 zu sehen.

Weitere Reliquien sind etwa der Schädel der heiligen Helena, Nägel vom Kreuz Jesu, die sterblichen Überreste des Apostels Matthias, ein Zahn des heiligen Petrus, sowie eine Sandale des heiligen Andreas.

Gibt es Führungen durch den Trierer Dom?

Die Dom-Information Trier organisiert Führungen durch den Trierer Dom. Über 70 autorisierte und registrierte Domführer und Domführerinnen erklären den Besuchern bei vorher angemeldeten Führungen viel Wissenswertes rund um die 1700 Jahre alte Geschichte, auch bei besonderen Führungen zu bestimmten Themen (beispielsweise finden sich zahlreiche Tierdarstellungen in dem weitläufigen Gebäudekomplex).

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