Dominik Heinrich, Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld, im TV-Interview

Kommunalpolitik : Die Vision von echten Plätzen

2018 wurde der Paulusplatz leicht aufgepeppt, nun soll sich auch am Pferdemarkt etwas tun. Das kündigt Dominik Heinrich, Ortsvorsteher des Stadtteils Trier-Mitte/Gartenfeld, im TV-Interview an.

Ein Blick zurück, ein Blick voraus: Die Trierer Ortsvorsteher skizzieren im Interview mit dem TV die wichtigsten Entwicklungen der Jahre 2018 und 2019 in ihren Stadtteilen. Heute: Dominik Heinrich (Bündnis90/Die Grünen) aus Mitte/Gartenfeld.

Was waren die wichtigsten Themen des Jahres 2018 in Trier-Mitte und im Gartenfeld?

Heinrich: Ganz wichtig war die Einweihung des Gedenkorts für deportierte Juden in der Rindertanzstraße. Dort gibt es nun Hinweistafeln und Sitzgelegenheiten, finanziert aus Ortsbeiratsmitteln und von der Stadt. Die bisherige Gedenktafel am Haus Fetzenreich wurde nicht so recht wahrgenommen, und wenn, bezog man die Infos auf das Haus Fetzenreich. Es geht aber um das Bischof-Korum-Haus, das dort stand, wo jetzt der Parkplatz ist.

Dann ist der Paulusplatz zu nennen, ein wunderschöner öffentlicher Raum, der nicht ausreichend gewürdigt wurde. Der Ortsbeirat hat viel Geld in die Hand genommen, auf Initiative des Trier-Forums und der Hochschule hin ist der Platz gestalterisch aufgewertet worden. Es wäre klasse, wenn er weiter begrünt würde und wenn es dort künftig Außengastronomie gäbe. Wir hoffen, dass die künftige Nutzung der Pauluskirche den Platz belebt und weiter aufwertet.

Auch der Pferdemarkt hat uns beschäftigt. Er ist einer der alten mittelalterlichen Plätze und hat eine Sternfunktion: Viele Straßen zweigen von dort ab beziehungsweise münden dort. Es gibt viele Blickbeziehungen auf diesen Platz – aber nichts, woran das Auge sich festhält. Wir haben einen Studentenwettbewerb initiiert, um Ideen zu erhalten, wie der Pferdemarkt wieder als Platz und nicht als Verkehrsinsel wahrgenommen werden kann. Herausgekommen sind tolle Ideen, etwa Hochbeete, kombiniert mit Sitzgelegenheiten. Wir prüfen nun, was sich aus dem Ortsbeiratsbudget realisieren lässt.

Wir haben auch letztes Jahr Geld für Radabstellanlagen zur Verfügung gestellt und damit bisher 90 Prozent aller Anlagen in der Innenstadt finanziert und durchgesetzt. Und ich freue mich, dass wir bei der Egbert-Grundschule einen wichtigen Schritt weiter sind und gerade konkrete Planungen vorgestellt wurden.

Was wird Ihren Stadtteil 2019 voraussichtlich beschäftigen?

Heinrich: Paulusplatz und Pferdemarkt habe ich schon genannt. Bei der Egbertschule gilt es, weiterhin Überzeugungsarbeit zu leisten, damit sie an den alten Standort zurückkehrt. Dann nehmen wir uns der konkreten Probleme der Menschen an, die unter Verkehrslärm leiden, etwa in der Neustraße oder unter dem Parksuchverkehr wie in der Sichelstraße. Nachdem es nun viele Radabstellanlagen in der Innenstadt gibt, wollen wir sie auch dort errichten, wo die Menschen herkommen: Im Gartenfeld, in der Kurfürsten-, Bruchhausen-, Merian- oder Kochstraße würden solche Anlagen Sinn machen. Viele Anwohner dort haben keine Möglichkeit, ihre Räder in den Häusern abzustellen. Und wir werden uns 2019 einem wichtigen Zukunftsthema widmen: Wie verändert sich die City durch den Internethandel? Die Stadt untersucht das derzeit, wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

Sind die Ortsbeiräte Ihrer Meinung nach noch zeitgemäß?

Heinrich: Ja, wir brauchen sie auf jeden Fall. Ich bedauere, dass der Stadtrat nicht den Mut hat, Entscheidungen in die Ortsbeiräte zu delegieren. Warum sollen sie nicht bei kleineren baulichen Maßnahmen allein entscheiden? Es muss doch nicht alles in den Dezernatsausschuss! Der kennt die Probleme vor Ort nicht so gut und hört sich ohnehin erst einmal die Meinung der Ortsbeiräte an. Ich bin dafür, sie so zu stärken und aufzuwerten.

Interview: Inge Kreutz