Don Bosco in Trier-West Wenn Pater „Reiner“ Büker kocht, ist die Welt in Ordnung

Trier · Der Mittagstisch und die Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche im Trierer Don Bosco-Haus ist für viele Kinder eine wichtige Anlaufstation. Wie eine große Spende hilft, das Angebot zu erhalten.

 Wie in einer Familie: Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihrer Betreuerin Elke Fusenig und Pater Reinhard Büker beim Mittagstisch.

Wie in einer Familie: Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihrer Betreuerin Elke Fusenig und Pater Reinhard Büker beim Mittagstisch.

Foto: Rolf Lorig

Seit über 30 Jahren kümmert sich Pater Reinhard Büker, den vor Ort alle nur Reiner rufen, um die jungen Bewohner des Stadtteils im Trierer Westen. An fünf Tagen in der Woche kommen 15 bis 20 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 13 Jahren zum Mittagessen in das Jugendwerk. Alle sind angemeldet: „Aber wenn mal jemand einen Freund oder eine Freundin mitbringt, dann schicken wir das Kind natürlich nicht weg.“ Das Essen kommt von einer Metzgerei im Stadtteil. Wobei nicht automatisch immer Fleisch auf dem Plan steht: „Zweimal in der Woche bekommen wir ein vegetarisches Essen“, sagt Pater Büker.

Don Bosco Trier-West: Täglich Mittagessen und der Hausaufgabenbetreuung

Rund 15.000 Euro muss das Jugendzentrum jährlich für das Essen aufwenden. Neben Rotary und der Lotzstiftung kann Pater Büker nur gelegentlich auf Unterstützer zurückgreifen: „Das sind in der Regel kleinere Spenden, die oft auch aus dem Stadtteil kommen.“ Natürlich beteiligen sich auch die Eltern der Kinder an den Kosten. „Da spreche ich mit den Eltern drüber und man zahlt, was möglich ist.“

Stimmt das Klischee, dass Kinder nur Fritten und Schnitzel mögen? Pater Büker lacht und schüttelt den Kopf. „Bei Kindern ist das einfach. Nudeln gehen immer, Pizza ist das Highlight, und Fritten gehen natürlich auch, völlig klar. Erstaunlicherweise kommt auch Salat gut an, das ist nicht unbedingt selbstverständlich bei Kindern. Mit Gemüse kann man keinen großartig begeistern, wohl aber essen sie Rote Beete gerne.“ Und wer räumt nach dem Essen ab? Wieder lacht Pater Büker: „Das ist nicht anders als in jeder Familie, das ist ein täglicher Kampf.“

Die ersten Kinder treffen ein. Betreut werden sie von Elke Fusenig, die eigens eingestellt wurde. „Das ist der beste Job, den ich mir vorstellen kann“, freut sie sich. Sie ist auch bei der anschließenden Hausaufgabenbetreuung dabei. „Für diese Aufgabe habe ich selbst wieder zu Hause die Schulbank gedrückt und mein Wissen aufgefrischt“, sagt die mehrfache Mutter und lacht. Bei dieser Aufgabe ist sie nicht alleine. Samira, eine Studentin, bringt sich an vier Tagen bei Hausaufgaben ebenfalls mit ein.

Heimvorteil: Elke kennt alle.

Der siebenjährige Gino hat seine Freunde Bardia (8) und Dion (7) mitgebracht. Sie besuchen zusammen eine Klasse und könnten „sich eigentlich auch gegenseitig helfen“, merkt Elke Fusenig schmunzelnd an. Sie weiß um ihren Heimvorteil: „Ich komme aus diesem Stadtteil und kenne die Mamas der Kinder schon von klein auf.“ Zweimal in der Woche lädt sie die Kinder zusätzlich zu einem Projekt ein: „Da ist vieles möglich, da habe ich freie Hand. Ein fester Bestandteil aber ist das Stockbrot, das gibt es einmal in der Woche.“ Sofort zeigt Gino Interesse. Doch er muss sich noch ein paar Tage gedulden…

Frage an Gino: „Was isst Du denn besonders gerne?“ Da muss der Kleine nicht lange überlegen. Er mag Kartoffelauflauf, aber: „Das Leckerste sind Reiners Pommes, die sind richtig gut!“ Und mit einem Unterton des Bedauerns: „Leider macht er die viel zu selten …“ Elke lacht. „Es stimmt, wenn Reiner seine Pommes macht, dann können wir alle davon nicht genug haben, die sind geradezu legendär!“

Hier findet sich immer ein Ansprechpartner

Rasch wird noch gebetet, dann werden die Teller gefüllt. An diesem Tag gibt es Kartoffelsuppe mit Würstchen. Und zum Nachtisch Waffeln.

Das rote BoscoMobil parkt an diesem Tag direkt unter dem Fenster des Speisesaals des Don Bosco Jugendwerks. Schon seit rund 20 Jahren kümmert sich der Rotary Club Trier-Porta um diesen Bus, sorgt dafür, dass der Jugend- und Spielebus, der auch ein Treffpunkt für Mütter ist, immer einen vollen Tank hat und technisch gewartet wird. „Die Schwerpunkte unseres Engagements sind die Jugendförderung und Altenfürsorge“, erläutert Jacek Sienkiewicz, der amtierende Präsident, die Gründe für dieses Engagement. Dass man dieses immer wieder anpasst und auch erweitert, wo es Sinn ergibt, stehe dabei außer Frage.

Im konkreten Fall – eine Spende von 7000 Euro – ist das die finanzielle Unterstützung von Mittagstisch und Hausaufgabenbetreuung, an der sich auch die Elfriede und Helmut Lotz-Stiftung beteiligt. Die vertritt Rotary-Mitglied Joop Poll, der im Vorstand der Stiftung sitzt: „Helmut Lotz hat in seinem Leben selbstlos bedürftige junge Menschen unterstützt und unabhängig von ihrer nationalen Herkunft in ihre Aus- und Weiterbildung investiert. Mit unserem Engagement führen wir das Erbe unseres Stifters fort.“

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