Donnernde Boliden vor der leuchtenden Porta
Trier · Sie gehört zu den beliebtesten und umstrittensten Großereignissen der Region: Die ADAC Rallye Deutschland läuft vom 20. bis zum 23. August. Showstart und Siegerehrung finden vor der Porta Nigra statt. Triers düsteres Wahrzeichen wird leuchten.
Trier. Profi-Motorsport vor der Haustür und dem Wohnzimmerfenster, Weltmeister mit einer riesigen Fangemeinde auf den Straßen der Region, aber auch Sperrungen, Behinderungen und Motorendonner - die Rallye lässt bei vielen Vorfreude aufkommen und liefert Skeptikern und Kritikern eine Grundlage für heiße Diskussionen.
Die Mehrheit des Stadtrats hat sich in der Mai-Sitzung entschieden (der TV berichtete): Die Stadt Trier unterstützt den ADAC als Veranstalter der Rallye Deutschland auch von 2016 bis 2020. 2013 waren es 85 000 Euro, 2014 schoss Trier 93 000 Euro zu. Die Linke, die Grünen und die Piratin Darja Henseler stimmten dagegen.
Die Rallye: Sie beginnt am Donnerstag, 20. August, um 9.30 Uhr mit dem Shakedown - dem Abfahren einer Wertungsprüfung als Aufwärmphase - in Konz-Kommlingen. Am 21., 22. und 23. August stehen die Wertungsprüfungen in der Region an.
Der Showstart: Die feierliche Präsentation der Rallye-Teams vor der Porta Nigra gehört zu den Höhepunkten und hat im Lauf der Zeit den Charakter einer großen Motorsport-Open-Air-Party angenommen. Dafür hat vor allem der für Trier zuständige Cheforganisator Manfred Kronenburg gesorgt.
Der Showstart wird am Donnerstag, 20. August, um 19 Uhr beginnen. Im Gegensatz zu den Wertungsprüfungen brauchen Zuschauer keine Tickets. Ab 19.30 Uhr läuft eine Autogrammstunde der 15 WM-Teams auf dem Hauptmarkt. Die Hauptphase des Showstarts beginnt um 20 Uhr, die Nationalhymne singt Thomas Siessegger. Um 20.40 Uhr starten die Teams von der Rampe vor der Porta und rollen durch die Gittergasse über Simeonstraße und Hauptmarkt bis zum Domfreihof.
Die Porta leuchtet: 2014 war die illuminierte Porta Nigra eine Premiere, und auch in diesem Jahr wird sie strahlen. Ab 21.30 Uhr beginnt die Show.
Die Siegerehrung: 2014 war die Innenstadt ein Tollhaus, da völlig überraschend der Belgier Thierry Neuville gewonnen hatte und den belgischen Fans die Grundlage für eine rauschende Party lieferte. In diesem Jahr beginnt die Siegerehrung vor der Porta am Sonntag, 23. August, um 15 Uhr. Doch schon vorher lohnt sich ein Blick, denn die Powerstage in Neumagen-Dhron wird auf der Großleinwand live übertragen. Ebenso wie der Showstart ist auch die Siegerehrung ein kostenloses Spektakel.
Fahrerlager und Park fermé: Servicepark und Fahrerlager werden im Messepark aufgebaut. Dort wird sich zum ersten Mal auch der Park fermé befinden, ein abgesperrter Platz für die Fahrzeuge. Der Viehmarkt wird dafür nicht mehr genutzt. "Auch aus Rücksicht auf die Anwohner", sagt Organisator Kronenburg. Der Servicepark wird am Freitag und Samstag, 21. und 22. August, Livemusik und einen DJ bieten. Diese endet um 22 Uhr, danach pendelt ein Shuttle zum Metropolis in die Hindenburgstraße.
Die Wertungsprüfungen: Sie führen die Teams durch die Region. Freitag, 21. August: Sauertal, Waxweiler, Moselland, Mittelmosel jeweils 1 und 2. Samstag, 22. August: Grafschaft, Bosenberg, Arena Panzerplatte, Panzerplatte lang jeweils 1 und 2. Sonntag, 22. August: Stein & Wein 1 und 2, Dhrontal 1 und Powerstage.Meinung
Großartige Gastgeberin
Ausgebuchte Hotels und Pensionen, Zehntausende aus aller Welt in den Cafés, Kneipen, Restaurants und Supermärkten und die Auszeichnung der Stadt Trier als Gastgeberin einer Weltklasse-Sportveranstaltung - die Argumente für die ADAC Rallye Deutschland liegen auf der Hand. Dennoch wird sie wieder beginnen, die leidige Diskussion um das Pseudo-Thema "Was bringt die Rallye uns denn wirklich?" Antwort Nummer eins: 1,4 Millionen Euro an konkretem Umsatz in den Kassen der Region, das hat ein unabhängiges Institut bereits 2011 untersucht. Antwort Nummer zwei: Wer 2014 die unglaubliche Begeisterung der Fans, vor allem der Belgier, in der Innenstadt miterlebt hat, zweifelt nicht daran, dass diese Menschen Trier als großartige Gastgeberin erleben und in Erinnerung behalten werden. j.pistorius@volksfreund.deExtra
Das Institut Biehl und Partner hat während der Rallye 2011 eine Besucherbefragung an vier Standorten in Trier durchgeführt. Die Beherbergungsbetriebe in Trier wurden zu den Effekten befragt, die sie während der Rallye registrieren. Die Rennteams lieferten Aufenthaltsdauer, Budgethöhe und Teilnehmerzahl. Abschließend befragten Biehl und Partner 120 Touristen, die nicht wegen der Rallye nach Trier gekommen sind, ob sie Störungen und Einschränkungen erlebt haben. Alle Möglichkeiten, als Gast in Trier Geld auszugeben, waren Bestandteile der Befragung - vom Restaurantbesuch bis zur Busfahrt. Biehl und Partner kam zu dem Schluss, dass die speziell wegen der Rallye nach Trier gereisten mehr als 29 000 Tages- und Übernachtungsgäste einen konkreten Umsatz zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro generieren, der in den Kassen der Trierer Wirtschaft landet. jp