Doppelklinik weitet Angebot aus

Doppelklinik weitet Angebot aus

Der Endoskopiebereich am Ehranger Marienkrankenhaus ist vergrößert und neu ausgerüstet worden. Finanzielle Probleme gibt es weiterhin: Die Klinikleitung hat den Mitarbeitern eine Gehaltskürzung vorgeschlagen.

Trier. Das Ehranger Marienkrankenhaus feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: 1903 haben die Waldbreitbacher Franziskanerinnen die Klinik gegründet. Veränderungen hat es in den 110 Jahren viele gegeben. Die bedeutendste dürfte die Fusion mit dem evangelischen Elisabethkrankenhaus in der City zum Ökumenischen Verbundkrankenhaus Trier vor knapp drei Jahren gewesen sein.
Danach wurde die Umstrukturierung der Doppelklinik mit den zwei Standorten geplant und vor wenigen Wochen die wichtigste Neuerung umgesetzt: Seit dem 1. Juli finden alle größeren chirurgischen Operationen mit anschließendem Krankenhausaufenthalt am Standort Ehrang statt, am Elisabethkrankenhaus wird nur noch ambulant operiert (der TV berichtete).
Nun greift der nächste Schritt beim Abbau der Doppelstrukturen: Am Marienkrankenhaus ist die Endoskopie ausgeweitet und erneuert worden. Gleichzeitig ist eine neue Station zur Desinfektion und Sterilisation aller chirurgischen Instrumente beider Kliniken eröffnet worden. Das Ökumenische Verbundkrankenhaus hat in den Bau der neuen Bereiche und die Anschaffung neuer Geräte und Instrumente 1,5 Millionen Euro investiert.
1,5 Millionen Euro investiert


In der neuen Zentralsterilisation stehen zwei große Desinfektionsmaschinen, die aussehen wie große Geschirrspüler. Darin werden alle chirurgischen Instrumente zunächst desinfiziert. Damit die gereinigten Instrumente nicht wieder mit benutztem Gerät in Kontakt kommen, werden die Maschinen von einem zweiten Raum aus leergeräumt und von dort in große Heißluftgeräte geschoben, in denen sie bei mehr als 100 Grad sterilisiert werden. Von dort geht es direkt wieder in den OP-Bereich beziehungsweise zurück ins Elisabethkrankenhaus in der City. Damit das Krankenhaus bei möglichen Infektionen nachweisen kann, dass das chirurgische Gerät steril war, muss pro Operation die Reinigung jedes einzelnen Skalpells, jedes Spreizers und jeder Klemme per Computer erfasst und in den Akten dokumentiert werden.
Der endoskopische Bereich ist von 35 auf 110 Quadratmeter vergrößert worden. In den nun drei Untersuchungsräumen sind nicht mehr nur wie bisher Magen- und Darmspiegelungen und die Untersuchung von Lunge und Bronchien mit einem biegsamen, beleuchteten Schlauch möglich. "Ab Oktober können wir mit unseren neuen Geräten auch Endoskopien von Gallengängen und Bauchspeicheldrüsen vornehmen", erklärt Chefarzt Dr. Peter Westrich. Für die Untersuchung dieser Organe mussten Patienten früher an andere Krankenhäuser überwiesen werden. Durch die Ausweitung der Untersuchungsmöglichkeiten erwartet sich das Krankenhaus pro Jahr rund 200 Endoskopiepatienten zusätzlich.
Trotz aller Änderungen die es gibt und die es in Zukunft geben wird, gibt es auch Kontinuität im Ehranger Marienkrankenhaus: Chefarzt Westrich und seine Helferin Sabine Meyer arbeiten seit 23 Jahren in der Endoskopie der Klinik zusammen, und Krankenpflegehelferin Regina Lein ist sogar schon seit mehr als 30 Jahren dabei.Extra

Das Ökumenische Verbundkrankenhaus investiert weiter: Am Freitag hat die Klinik die Förderzusage des Mainzer Gesundheitsministeriums für den Ausbau der geriatrischen Station am Elisabethkrankenhaus in eine Abteilung für Akutgeriatrie erhalten. "Wir werden die gesamte Station umbauen, insbesondere werden die Nasszellen vergrößert, so dass genug Platz dafür ist, dass eine Pflegekraft darin den alten Patienten helfen kann", sagt Klinik-Geschäftsführerin Susanne Schlichtner. Auch die Duschen werden barrierefrei umgebaut, Patienten im Rollstuhl können dann direkt in die Duschkabine fahren. Insgesamt kostet der Umbau rund 2,7 Millionen Euro, 2,2 Millionen davon übernimmt das Land. woc

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