Dorfladen in Klüsserath kommt gut an.

Dorfgeschehen : Milch, Wurst und Wein aus der Region

Klüsseraths Dorfladen kommt bei Einheimischen wie bei Urlaubern sehr gut an.

Dank engagierter Klüsserather können Bürger und Urlauber seit gut einem Jahr wieder im Dorf einkaufen. Und das wird rege genutzt. 2017 schloss dort ein bis dahin privat geführtes Geschäft (der TV berichtete). Seither mussten sich alle außerhalb versorgen.

Vier Bürger, darunter Ortsbürgermeister Günter Herres, wollten das nicht tatenlos hinnehmen und eröffneten eigeninitiativ einen Dorfladen – auch mit Blick auf die vielen Urlauber im Ort. „Für den Wohnmobilstellplatz ist das eklatant wichtig“, betont Herres. Außerdem seien ältere wie auch jüngere Bürger froh, nicht mehr extra rausfahren zu müssen, um einzukaufen.

Daniela Kappes, Mitgesellschafterin und Laden-Betreiberin, ist aus Überzeugung dabei. Das mache richtig Spaß, begründet sie ihr Engagement parallel zum Job als kaufmännische Angestellte. Unterstützt von einer Halbtagskraft und drei Aushilfen auf 450-Euro-Basis, ist sie selbst nur samstags im Laden.

Dann sei richtig viel los im Geschäft in der Mittelstraße, sagt sie, weshalb auch ihre Schwiegermutter Gertrud Kappes ab und an für drei Stunden aushelfe. Die Rentnerin wohnt zwar ein gutes Stück weg, verbindet das aber mit dem Besuch ihrer Enkel. Denn auch ihr macht die Arbeit Freude: „Die Leute in Klüsserath sind so toll.“

Der größte Wunsch ihrer Schwiegertochter ist, dass das Angebot immer stärker angenommen wird. Daher achtet Daniela Kappes auf ein gutes Sortiment. Für einen Dorfladen sei das Angebot schon sehr breit, sagt sie, mit vielen regionalen Produkten und Preisen, die durchaus mithalten könnten mit denen beim Discounter. Dennoch brauche es Zeit. Wer sich erst mal daran gewöhnt habe, alles von unterwegs mitzubringen, müsse sich ja erst wieder umstellen.

Helga Meilen ist das bereits geglückt. Sie kauft inzwischen wieder regelmäßig im Ort ein. Der Laden sei super und das Engagement nur zu unterstützen. Im Grunde bekomme sie dort alles, was sie brauche – einschließlich Wurst und Fleisch oder Backwaren. Und das Angebot sei auch preislich okay. Sollte trotzdem mal etwas vermisst werden, bemühe sich das Team, auch das zu besorgen. Urlauberin Juliane Schiffer ist froh über den Dorfladen, in dem sie schon oft eingekauft hat. Der Laden sei wirklich sehr gut: „Das lohnt auf jeden Fall.“

Von den insgesamt etwa 750 Produkten, die es von Getränken über frischen Kaffee bis zu Waren in den Frischetheken gibt, sind regionale besonders gefragt. So etwa Milchprodukte vom Engelshof in Hetzerath, einem Bauernhof mit Molkerei, Wildspezialitäten der Klüsserather „Wildzerlegung“ Pfeiffer, Backwaren von der Trittenheimer Bäckerei Mittler, Fleisch und Wurst von der Neumagen-Dhroner Metzgerei Traut und Wein von örtlichen Winzern. Noch gesucht wird ein einheimischer Landwirt, der den Laden regelmäßig mit Obst und Gemüse beliefern kann.

Federführend bei der Eröffnung des Dorfladens waren Daniela Kappes und ein stiller Teilhaber, der ungenannt bleiben will. Mit Ortsbürgermeister Günter Herres hatten sie von Anfang an einen wichtigen Unterstützer ebenso mit Benjamin Ensch, dem Pächter des Campingplatzes. Besonders an ihrer gemeinschaftlichen Eigeninitiative ist, dass die Ortsgemeinde dabei komplett außen vor ist. Das Risiko des Misserfolgs tragen Daniela Kappes, Benjamin Ensch und Bürgermeister Herres. „Wir stehen privat dafür ein“, betont Daniela Kappes.

Längerfristig ist daran gedacht, den Dorfladen in eine Genossenschaft oder einen Verein umzuwandeln. Aktuell ist das Geschäft eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft. Das Startkapital brachten die drei Gesellschafter ein, die dafür einen Kredit aufnahmen.

Geöffnet ist der Dorfladen werktags von 7.30 bis 12.30 Uhr und samstags bis 13 Uhr. In der Saison öffnet das Geschäft auch freitagsnachmittags von 15 bis 18 Uhr.

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