Dorfmoderation soll Aufwind bringen

Kommunen : Dorfmoderation soll Aufwind bringen

Der neue Ortsbürgermeister hat vieles vor, damit Hockweiler für alteingesessene und neue Einwohner lebenswürdig und attraktiv bleibt. Die Erneuerung des Ortskerns steht dabei im Mittelpunkt.

Der Ortsgemeinderat Hockweiler trifft sich am Dienstag, 13. August, um 19 Uhr im Gemeindehaus zu seiner konstituierenden Sitzung. Dabei wird auch der am 26. Mai zum neuen Ortsbürgermeister gewählte Uwe Seher ins Amt eingeführt.

Der 55-Jährige möchte als Erstes eine sogenannte Dorfmoderation für den 300-Einwohner-Ort starten; der Antrag ist bereits gestellt. Dabei sollen durch externe Beratung zusammen mit der Gemeinde Stärken und Schwächen, Vorzüge, Probleme und Missstände im Dorf festgestellt werden. Die Behebung dieser Missstände werden dann laut Seher mit bis zu 15 000 Euro Zuschuss vom Land in Angriff genommen. Die Gemeinde könne hierbei 2000 bis 3000 Euro selbst einsetzen.

Auch vor der Dorfmoderation sind bereits einige verbesserungswürdige Bereiche offensichtlich. So gibt es zwar Neubaugebiete in Hockweiler, die modernen Standards entsprechen, doch dem Ortskern drohen laut Seher Leerstand und Verfall. Gerade die älteren Bewohner des Dorfes, die vor allem im Ortskern leben, sind davon betroffen. Die alteingesessen Bewohner dürfe man nicht im Stich lassen, betont Seher.

Zuerst müsse der Ortskern erneuert werden, bevor über weitere Neubaugebiete nachgedacht werden könne, beschreibt er seine Prioritäten. Der Zuschuss des Landes durch die Dorfmoderation könne hier sehr helfen.

Ein weiteres Problem stellt laut Seher die schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dar. Busse fahren sehr unregelmäßig von Hockweiler ab. Von 8.30 Uhr bis um 11 Uhr fährt zum Beispiel kein einziger Bus. Das Problem lasse sich laut Seher kurzfristig allerdings nicht lösen.

Mittelfristig wären Initiativen wie Mitfahrbänke eine mögliche Idee. Hier könne man mit Schildern darauf hinweisen, in welche Richtung der Tramper mitgenommen werden möchte, erklärt Seher die Idee aus Norddeutschland.

Die Entwicklung zum „digitalen Dorf“ biete laut Seher weitere Optionen, Fahrgemeinschaften über soziale Netzwerke oder sogar über eine von der Gemeinde bereitgestellte Plattform zu organisieren. Auch hierfür könne die Dorfmoderation wegweisend sein. Eine Vernetzung mit Pluwig und Gusterath, die vor ähnlichen Problemen stehen schließt Seher nicht aus, auch wenn diese nicht, wie Hockweiler, zur Verbandsgemeinde Trier-Land gehören.

Der neue Ortsbürgermeister Uwe Seher hat viel vor. Foto: Niels Heudtlaß

Seher möchte die Einwohner stark in die Dorfmoderation einbeziehen. Denn dadurch soll ein Interessenausgleich zwischen den Bewohnern des Ortskerns und denen der Neubaugebiete stattfinden. Die Dorfmoderation wäre dabei wie eine „Psychotherapie fürs Dorf“ erklärt Seher. Man könne herausfinden „wie das Dorf tickt“.

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