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Dr. Hanscarl Claus - Einer der letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs

Lebenslauf : Einer der letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs

Dr. Hanscarl Claus wurde 1926 in Trier als Sohn des Dentisten Carl Martin Josef Claus geboren. Der Vater hatte 1921 in Trier eine Praxis in der Fahrstraße gegründet. Die Praxis wurde im August 2021 als eine der ältesten noch bestehenden Zahnarztpraxen in Trier gewürdigt.

Als Sohn des Dentisten Carl Martin Josef Claus wurde Dr. Hanscarl Claus 1926 die Nähe zur Zahnmedizin quasi in die Wiege gelegt. Zudem war es zu der Zeit üblich, beruflich in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Nach Schulproblemen am damaligen Hindenburg-Gymnasium  wurde er 1944 als 18-Jähriger jedoch zunächst gegen seinen Willen von der Wehrmacht eingezogen und an die Ostfront geschickt. 1945 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Dort wurde der junge Mann aufgrund der Unterversorgung schwer krank, was ihm im Rückblick vermutlich das Leben gerettet hat.

Als arbeitsuntauglich ausgemustert und für so gut wie tot erklärt, wurde er als einer der Wenigen aus der Gefangenschaft entlassen. Ein mehrere Wochen andauernder Fußmarsch durch ein halb zerstörtes Europa raubte ihm fast die letzten Reserven. Nach der letzten Etappe passierte dann das Unglaubliche: Seine Mutter begegnete ihm gleich nach der Ankunft in Schweich auf der Straße. Das war einer der bewegendsten Momente im noch jungen Leben des heranwachsenden Doktors der Zahnmedizin.

Nach der Wiederankunft im Elternhaus drängte ihn die Mutter energisch zum nachträglichen Abschluss des Abiturs, welches er 1948 am Beethoven-Gymnasium in Bonn absolvierte. Noch im selben Jahr begann er mit dem Studium der Zahnmedizin in Saarbrücken und in Frankfurt. 1953 folgten der Abschluss und die Promotion.

Als Dr. Hanscarl Claus war er bereit, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. 1955 begann offiziell die berufliche Tätigkeit als Zahnarzt in der väterlichen Praxis, die ihn bis zum Jahr 1991 nicht mehr loslassen sollte.