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Infrastruktur: Drei Brüder bauen Traditionshaus um

Infrastruktur : Drei Brüder bauen Traditionshaus um

Aus dem Mehringer Hotel Weiler wird eine moderne Wohnanlage mit zehn Eigentumswohnungen. Ein Projekt von gebürtigen Mehringern.

Viele Menschen, und nicht nur Mehringer, werden sich an das traditionsreiche Hotel Weiler erinnern. Es war etwa 50 Jahre lang eine Top-Adresse in dem Moselort. Ein wohlschmeckender Riesling und gut bürgerliche Küche – diese Kombination war bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt, insbesondere, wenn das Wetter mitspielte und man gleichzeitig den Moselblick auf der Terrasse genießen konnte.

Im Jahr 2012 schloss das Hotel Weiler. Doch nun erblüht das Anwesen in neuem Glanz, jedoch nicht als Hotel, sondern als Wohnanlage. Zu verdanken ist der Aufbau drei Brüdern, die in Mehring geboren und aufgewachsen sind, aber nicht mehr dort wohnen. Durch die Mutter besteht noch der Kontakt zur alten Heimat. Michael, Markus und Daniel Kollmann gründeten die Gesellschaft MMDK GmbH, kauften das leerstehende Gebäude und bauten es zu einer Wohnanlage um. Zwei Kollmanns sind Architekten, einer ist Finanzberater. Das Brüdertrio sah es als reizvolle Aufgabe an, aus dem ehemaligen Hotel etwas Neues zu machen und damit auch zur Attraktivität des Ortsbildes beizutragen.

Jetzt, kurz vor der endgültigen Fertigstellung der zehn Eigentumswohnungen, ist zu sehen, dass sich der Einsatz von 2,5 Millionen Euro gelohnt hat. Die kleinste Wohnung umfasst 65 Quadratmeter, die größte 138 Quadratmeter. Die Wohnungen sind lichtdurchflutet und mit hochwertigen Materialien gebaut. Acht von ihnen sind bereits bewohnt.

Aus dem Hotel Weiler ist eine moderne Wohnanlage mit großen Glasflächen, Terrassen und Balkonen geworden (oben). Das untere Bild zeigt das Hotel, wie es Jahrzehnte die Moseluferstraße in Mehring prägte. Es entstand vermutlich Anfang der 1960er Jahre. Foto: Werner Dorsch/Picasa

Markus Kollmann sieht sich selbst als Architekt mit Herzblut. Er lehrt als Professor an der Architekturfakultät des Saarlandes in Saarbrücken Gebäudelehre und Entwerfen. Er sagt: „Wir haben das ehemalige Hotel Weiler skelettiert und neu aufgebaut. Wichtig war uns dabei, die individuellen Wünsche der zukünftigen Käufer zu berücksichtigen.” Die Energiebilanz sei ein wichtiger Faktor bei der Umsetzung gewesen. So wurde das Gebäude nach KFW 55 erneuert, das heißt, es werden nur 55 Prozent des zugelassenen Energiebedarfs eingesetzt.

Aus diesem Grund bekamen die Bauherren zinsgünstige Darlehen. Die Wohnungen wurden je nach Größe mit bis zu 30 000 Euro bezuschusst. Eine kleine Anekdote weiß Kollmann noch zu erzählen: „Beim Abbau des Hotelmobiliars fanden die Handwerker am Tresen ein Herstellerschild der Schreinerei Kollmann. Mein Vater war ebenfalls Architekt und Schreiner und hat zusammen mit meinem Onkel sowie meinem Opa am Bau des Hotel Weiler mitgewirkt.”