Drei junge Einbrecher erhalten deutliche Haftstrafen vor dem Landgericht Trier

Justiz : Heftige Haftstrafen und deutliche Worte für drei junge Einbrecher

Im Prozess um drei junge Serieneinbrecher sind vor dem Landgericht Trier die Urteile gesprochen worden.

Die Strafen für die drei Delinquenten sind heftig – und deutlich sind die vom Vorsitzenden Richter Günther Köhler mitgelieferten  Anmerkungen an die drei jungen Männer. Der  Angeklagte K. (28) erhält fünfeinhalb Jahre Haft, vier Jahre sind es für B. (26), und W. (20) erhält zweieinhalb Jahre Jugendstrafe. Alle drei hatten im Verlauf der langen Beweisaufnahme mit fünf Verhandlungstagen die Tatvorwürfe weitgehend eingeräumt. Zunächst  in wechselnder Besetzung und zuletzt als festes Trio waren sie gewerbsmäßig zur Nachtzeit in Gaststätten eingedrungen. Dort wurden dann insbesondere die Geldspielautomaten ausgeplündert. Die Beute diente in erster Linie zur Finanzierung des eigenen Drogenkonsums. Hinzu kam bei K. und B. noch eine Reihe schwerer Verkehrsdelikte von Fahren ohne Fahrerlaubnis bis Unfallflucht.  Die Anklageschrift von Oberstaatsanwalt Wolfgang Bohnen enthielt am Ende rund 30 Einzeltaten, begangen zwischen April und August 2018. Die erbeutete Geldsumme plus Sachschaden an Einrichtungen und Gebäuden wird mit rund 42 000 Euro beziffert.

Am Montag beendet die Erste Große Jugendkammer das Anfang Februar begonnene Verfahren mit den Urteilssprüchen. Dabei werden im Fall von K. und B. noch vorangegangene Urteile des Amtsgerichts Trier einbezogen. Außerdem wird für K. und B. eine sogenannte Maßregeltherapie angeordnet. Eine eine harte Maßnahme hinter Gittern, zu der sich  aber K. und B. schon zuvor bereiterklärt hatten. Anders verhält es sich bei W., dem Jüngsten im Bunde. Der hatte sich gegen eine „Drogentherapie hinter geschlossenem Zaun“ gesträubt. Nach Expertenansicht ist in diesem Fall der Versuch zwecklos.

„Ohne eine Unterbringung in der Entziehungsanstalt bleiben Sie sozial gefährdet. So aber besteht die Aussicht auf Heilung“, erklärt Vorsitzender Köhler dem Verurteilten B. Harte Richterworte prasseln auf K. nieder – den Aktivsten aus dem Trio. Köhler nennt ihn den „typischen Fall eines gewerbsmäßig handelnden Gewohnheitseinbrechers“. Auch mehrjährige Haftstrafen seien völlig folgenlos an ihm vorübergezogen. Und kaum auf Bewährung frei, habe K. gleich wieder zu den Drogen gegriffen. Köhler: „Nutzen Sie die Therapie als Chance – Sie werden sonst immer wieder hierher zurückkehren und Ihr Leben in Haftanstalten verbringen.“

Und über den zur Jugendstrafe verurteilten W. sagt Köhler: „Hier Bewährung zu geben, nutzt nichts mehr.“ Seinen Vater habe er nie erlebt – die Mutter sei psychisch krank. Es bestehe bei ihm erheblicher Erziehungsbedarf. Sein Verhalten in der Jugendstrafanstalt Wittlich sei bezeichnend – träge, desinteressiert und ohne jeden Sinn für Ordnung und Sauberkeit. Köhler: „Wenn Sie nicht mal in der Lage sind, Ihre zehn Quadratmeter große Zelle in Ordnung zu halten, haben Sie draußen keine Chance.“ Zur „Mittelbeschaffung“ per Einbruch muss sich W. sagen lassen: „Das Geld liegt tatsächlich auf der Straße. Allerdings durch Arbeit, aber nicht in aufgebrochenen Automaten.“ Und was die von W. abgelehnte Therapie betrifft, meint der Vorsitzende: „Wir hätten die Therapie zwangsweise anordnen können. Aber bei Ihnen wäre das zwecklos. Faulenzer wie Sie, die nicht vor 11 Uhr aufstehen wollen, können wir dabei nicht gebrauchen.“

K. und W. nehmen die Urteile an. Sie sind rechtskräftig. Noch keine Erklärung gibt Verteidigerin Anja Hartkorn für ihren Mandanten B. ab.

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