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Drei junge Selige ziehen in den Dom

Drei junge Selige ziehen in den Dom

Bischof Stephan Ackermann hat am Sonntag in der Westapsis des Trierer Doms drei neue Statuen eingesegnet. Sie stellen Schwester Blandine Merten, Mutter Rosa Flesch und Bruder Peter Friedhofen dar, die drei jüngsten Seligen des Bistums.

Trier. Domprobst Werner Rössel erinnert sich gut an ein Gespräch vor drei Jahren mit einem Mitbruder. Der fragte, ob man die leeren Plätze im Westchor nicht nutzen könne, um an die Seligen des Bistums zu erinnern. Diese Frage habe er an Bischof Ackermann weitergeleitet, der sich auf Anhieb einverstanden erklärte.
Es blieb die Frage, an welche Seligen man erinnern wolle - es gibt 32 im Bistum. Die Entscheidung sei leichtgefallen, sagt Rössel: "Da die Menschen mit den Figuren direkt in Kontakt treten sollten, mussten es die drei Jüngsten sein. Eben die Menschen, die mit ihrem segensreichen Wirken heute noch im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind."
Dann ging es an die Auswahl der Künstler. Mischa Flesch, Kulturbeauftragter des Bistums, bildete ein dreiköpfiges Gremium mit Vertretern aus Kirche und Kunst. Die Vorgaben an die Künstler waren rasch formuliert: Die Darstellung sollte realistisch sein, die Statuen lebensgroß. Zunächst waren rund 30 Künstler im Gespräch.
Dass schließlich Elke Härtel (München, Peter Friedhofen), Silke Rehberg (Sendenhorst, Blandine Merten) und Professorin Elisabeth Wagner (Hamburg, Mutter Rosa) im März 2013 den Zuschlag bekamen, lag auch daran, dass jede der drei Frauen insgesamt zweimal vom Entscheiderkreis benannt worden war.
Damit konnte die Arbeit beginnen. Für Elke Härtel war das eine besondere Herausforderung: Eigentlich hatte sie Mutter Rosa anfertigen wollen, nun sollte sie Peter Friedhofen realisieren. "Bis dahin hatte ich nie einen Mann modelliert", gesteht sie. Um die Spiritualität und die Zerissenheit, die den Glauben ausmachen, auf ihr Werk übertragen zu können, führten die Künstlerinnen intensive Gespräche mit Ordensleuten.
Domprobst Werner Rössel ist überzeugt, dass die Statuen ein Gewinn für den Dom sind.Extra

Peter Friedhofen, geboren 1819 in Weitersburg bei Koblenz, gründete die Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. Er starb 1860 und wurde 1985 seliggesprochen. Maria Magdalena (Blandine) Merten kam 1883 in Düppenweiler zur Welt. Als Volksschullehrerin trat sie in den Orden der Ursulinen Calvarienberg-Ahrweiler ein. 1918 starb sie in Trier an Tuberkulose. Sie wurde 1987 seliggesprochen. Rosa Flesch ist die Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Die 1826 in Schönstatt-Vallendar geborene Selige verschrieb sich ganz der Hilfe der Armen und Kranken. Sie starb 1906 und wurde 2008 seliggesprochen. Die Seligsprechung ist ein offizielles Verfahren in der römisch-katholischen Kirche, nach dessen positivem Abschluss der Papst eine Person als verehrungswürdig erklärt. red